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Neue Keramik 1/2020 - Inhalt

DIE NEWS

PORTRAITS

Silvia Celeste Calcagno – Italien
Andrea Müller / Helmut Massenkeil – Deutschland
Valda Podkalne / Harald Jegodzienski – Lettland / Deutschland
Angela Burkhardt-Guallini  – Schweiz
Richard See – Großbritannien
Johan van Loon / M. Gökhan Baskin – Niederlande / Türkei

FORUM

Das Denken –  Gustav Weiß – Kunstbetrachtung
Abstraktion – Nesrin During – Kunsttheorie
Den guten Ton finden – Antje Soltau – Historie
Junge Talente – Monika Gass – China / USA

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

8. Internationales Keramik Symposium CHANGCHUN – China
Stillleben – Judith Püschel / Antje Scharfe  – Frechen – Deutschland
Johan Tahon – Genf – Schweiz
Sonngard Marcks – Wolfenbüttel – Deutschland
EKWC / Jingdezhen – Niederlande / China
Museum für Angewandte Kunst – Waldenburg – Deutschland
Silently Holding the Flower – Kyoto Japan

KÜNSTLER-JOURNAL
Ron Deibel, USA und Yu-Pei Wu, Taiwan – Ting-Ju Shao

WERKSTATTGESPRÄCHE
Juan Ortì – Evelyne Schoenmann – Interview / Technik

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
Ausstellungskalender    International

KURSE / SEMINARE / MÄRKTE
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VORSCHAU / IMPRESSUM

Neue Keramik 1/2020

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  • PORTRAITS
    Silvia Celeste Calcagno – IT, Andrea Müller / Helmut Massenkeil – D, Valda Podkalne / Harald Jegodzienski Lettland / Deutschland, Angela Burkhardt-Guallini – CH, Richard See – GB, Johan van Loon / M. Gökhan Taskin  – NL / TR

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    Silvia Celeste Calcagno

  • AUSSTELLUNGEN
    8. Internationales Keramik Symposium Changchun – CN, Stillleben – Judith Püschel / Antje Scharfe  – Frechen – D, Johan Tahon – Genf – CH, Sonngard Marcks – Wolfenbüttel – D, EKWC / Jingdezhen – NL / CN, Museum für Angewandte Kunst – Waldenburg – D, Silently Holding the Flower – Kyoto JP

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    Museum für Keramik und angewandte Kunst Waldenburg: Blick in die Ausstellung um den alten Rundofen

  • KÜNSTLERJOURNAL

    Ron Deibel, USA und Yu-Pei Wu, Taiwan

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    Ron Deibel, USA

  • WERKSTATTGESPRÄCHE

    Evelyne Schoenmann besucht Juan Ortì im Atelier.

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  • TERMINE

    Termine und Ausstellungen von Amsterdam bis Winzer

    16-4-termine

Leseproben

Portraits: Silvia Celeste Calcagno – IT, Andrea Müller / Helmut Massenkeil – D, Valda Podkalne / Harald Jegodzienski – LV / D, Angela Burkhardt-Guallini  – CH Forum: Junge Talente – Monika Gass – CN / USA Ausstellungen / Veranstaltungen: 8. Internationales Keramik Symposium CHANGCHUN – CN, Museum für Angewandte Kunst – Waldenburg – D Künstler-Journal: Ron Deibel, USA und Yu-Pei Wu, Taiwan Werkstattgespräche: Juan Ortì – Evelyne Schoenmann

Silvia Celeste Calcagno

Silvia Celeste Calcagnos neues platisches Werk mit dem Titel Dirt, das im Zusammenhang mit ihrer großen Wandarbeit Zero steht, die in der Kirche San Pancrazio installiert ist, ist ein wichtiger Meilenstein in ihrem Schaffen. San Pancrazio ist dem Märtyrer Saint Pancras gewidmet, einem der “Eisheiligen”, die in Beziehung zu den letzten kalten Tagen Mitte Mai in Tarquinia stehen.
Calcagno gab 2012 ihr Debüt im Studio Lucio Fontana in Albissola und stellte Nerosensibile aus. Die hierzu gehörige Hilaria-Serie zeigte bereits einige der kraftvollen Themen, die alle ihre zukünftigen Arbeiten kennzeichnen sollten. Dazu gehören ständige Wiederholungen, die endliche Beständigkeit des fotografischen Bildes und seine inhärente zeitliche Präzision, seine Einschränkungen bei der Darstellung der Körpereigenschaften sowie die Verwendung von aufeinanderfolgenden Werken, um eine andere, innere, aber perfekt aufeinander abgestimmte Dimension der Zeit aufzuzeigen. Ihre hypothetische Erzählung, elliptisch und fragend, wobei die für ihre Betrachtung erforderliche Zeit eine wichtige Rolle spielt, ist ein Faktor, der in ihren Installationen weit ausgereizt wird.

(Flaminio Gualdoni)

Silvia Celeste Calcagno

Andrea Müller und Helmut Massenkeil

Als sie im letzten Sommer zu einer Ausstellung mit dem Titel “Paarbeziehung” nach Marktheidenfeld einluden, haben Andrea Müller und Helmut Massenkeil damit ihre persönliche vierzigjährige Paarbeziehung gefeiert. Kennengelernt hatten sich die beiden in der Bildhauerklasse an der Fachhochschule für Gestaltung in Wiesbaden. 1977 schlossen sie sie mit dem Diplom für Bildhauerei ab. Während Helmut sich in der Folge der freien Kunst zuwandte, bewegte Andrea sich überwiegend im angewandten Bereich. Beide arbeiten mit Ton – Helmut figürlich, oft anthropomorph, Andrea fertigt Gefäßkeramik. Wenn man den Menschen als ein Gefäß Gottes begreift und versteht, dann schaffen beide Gefäße – konkret und übertragen.
Hatten sie zunächst eine Werkstatt in Frankfurt/Main, betreiben sie seit 1985 gemeinsam das Künstlerhaus am Stiftsberg in Aschaffenburg. Dort sind beide Ateliers und Werkstätten durch einen Skulpturengarten miteinander verbunden. In ihren Ausstellungsräumen zeigen sie überwiegend eigene Arbeiten ergänzt und akzentuiert mit wenigen, aber ausgefallenen Kreationen des anderen. Bedingt durch ihre zahlreichen Ausstellungen setzten sie sich immer wieder mit der Wertegleichheít von angewandter und bildender Kunst auseinander, wobei für sie allein die Qualität der angemessene Maßstab ist.

(Antje Soléau)

Andrea Müller und Helmut Massenkeil

Valda Podkalne und Harald Jegodzienski

Der philosophische Ausdruck im Werk von Valda Podkalne
Auf welche Art und Weise ergänzt ein Kunstwerk die Vorstellung von Begriffen, die eigentlich nur in unserer Fantasie existieren, jedoch in hohem Maße unsere Suche nach dem Sinn des Lebens charakterisieren? Es gibt ewige Themen, fundamental wichtige, jedoch unbeantwortete Fragen: was sind Träume, Erinnerungen, das Universum, der Raum, die Zeit, Sterne, Gedanken, die Liebe? Die größte Herausforderung eines jeden Künstlers ist es, die allgemein bekannte Interpretation wenigstens zu ergänzen oder eine neue zu erschaffen. Um das beste Ergebnis zu erreichen, muss der Künstler oft mutige Entscheidungen treffen, u.a. Brüche in der angelegten Kontinuität seines Schaffensprozesses als Motor neuen Verständnisses verstehen zu lernen. Die Künstlerin Valda Podkalne, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen lettischen Keramik, hat dies gemacht. (Irena Bužinska, Kunstwissenschaftlerin)

Die Wertschätzung von Ideen
WEG – Ein Merkmal überrascht bei Harald Jegodzienski zuvorderst,- das keramisch-skulpturale Atelier-Vergnügen zugunsten der Malerei 30 Jahre beiseitegelegt zu haben. Leichtigkeit sollte im Leben Einzug halten,- so dass folgenreich der Erdenschwere ein Adieu zugesagt wurde. Die tief empfundenen gestalterischen Ton-Erlebnisse des Schabens, Ritzens, in Materialien hinein Grabens übertrug er nun auf Papier. Zeichen entstanden, die in das physisch Leichteste übersetzt wurden: abstrakte Notenbilder als Vorstellung für Komponisten. Farbklänge wurden so zu Klangfarben, die Essenzen des Erlebten in musikalische Postkarten verwandelt.

Valda Podkalne

Angela Burkhardt-Guallini

Zarte und kräftige Linien oder breite, teils mehrfarbige Bänder in den Farben Schwarz, Anthrazit, Rot oder Frühlingsgrün überziehen und durchdringen das Weiß der Porzellangefäße von Angela Burkhardt-Guallini. Die Arbeiten der Schweizer Künstlerin entfalten geradezu eine bildhafte Wirkung und wecken beim Betrachter Assoziationen an Gräser, die sich im Wind wiegen, an geädertes Gestein oder an fließendes Wasser. Die stets unglasierten Stücke fühlen sich seidig und weich an. Einige Linien sind leicht erhaben und demnach sinnlich erfahrbar.
Dieses optische und haptische Erlebnis hatten kürzlich die Besucher des Keramikmuseums Staufen anlässlich der Studioausstellung „Linie zu Linie“ von Angela Burkhardt-Guallini, eingeladen vom Förderkreis des Museums in seinem 25. Jubiläumsjahr. In diesem „Studio“ bietet der Förderkreis sechsmal im Jahr zeitgenössischen Keramikern mit etwa 40 Arbeiten eine Plattform. Mehr als 150 Aussteller aus ganz Deutschland und den Nachbarländern Frankreich und der Schweiz waren hier bereits zu Gast. So entstand ein lebendiger Ort der Begegnung, an dem man Keramikerinnen wie Angela Burkhardt-Guallini persönlich kennen lernen und sich von der Begeisterung für ihr Schaffen mitreißen lassen kann.
Man merkt den Porzellanarbeiten der Luzernerin in ihrer Leichtigkeit nicht an, wie heikel und langwierig der Entstehungsprozess ist.

(Christina Soltani)

Angela Burkhardt-Guallini

Junge Talente - Didem Mert

Statement: In meiner Arbeit knüpfe ich Verbindungen zwischen dem Gebrauchsgegenstand und seinen Gegenstücken. Als Tochter eines Holzkünstlers bin ich in einem designreichen Umfeld aufgewachsen, das mich und meine derzeitige Keramikarbeit beeinflusst hat. Geometrie, Textur und Funktionalität meiner Arbeit entspringen diesem künstlerischen Umfeld. In meiner Arbeit entstehen unterschiedliche Texturoberflächen, indem ich Markierungen zwischen glatten, definierten Linien und Kanten verwende. Helle Farben gepaart mit einer weichen, erdigen Farbpalette bilden kontrastreiche Schwerpunkte in der Arbeit. Mit einfacher Geometrie streiche ich Linien auf die Töpfe, um die formalen Elemente des Designs zu verstärken. Die einfache Linienarbeit an den Töpfen zeigt den Bezug zum Essen und Trinken.

Didem Mert

8th CHANGCHUN International Ceramics Symposium

Changchun, eine Stahl- und Autostadt im Nordosten Chinas mit rund 5 Millionen Einwohnern ist seit 2006 verpartnert mit Wolfsburg. Seit 8 Jahren bereits findet hier ein im Westen weitgehend unbekannter, wenngleich hochinteressanter Wettbewerb mit Symposium und der Vergabe hoch dotierter Preise statt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 4,7 Grad – im Winter also durchaus auch bis minus 17 Grad/C…  So erklärt sich der außergewöhnliche Ort der Veranstaltung: das außerhalb der Stadt gelegene, im Sommer nicht genutzte „Lotus Hill Ski Resort“: es bietet großzügige Räume mit viel Platz zum Arbeiten – bei schönster Aussicht und einer hügelig grünen Umgebung mit viel Natur…
Die Tage in Changchun, der Besuch der Künstlerinnen und Künstler in den Arbeitsräumen, die Jurierung der Exponate und schließlich eine großartige Abschlussveranstaltung haben mich sehr beeindruckt. Dass dieser Wettbewerb mit dem drei wöchigen Symposium 2019 bereits zum 8. Mal durchgeführt werden konnte, zeigt das große Engagement seitens der chinesischen Initiatoren, die durch das 3wöchige Symposium eine honorige Kulturförderung auf internationalem Niveau leisten. 2019 wurden 50 internationale Künstler und Künstlerinnen aus 29 Ländern für 3 Wochen ausgewählt, eingeladen, beherbergt und in ihrer kreativ-künstlerischen Arbeit mannigfaltig unterstützt. Es spricht für dieses Event, dass unter den Teilnehmenden Viele waren, die nicht das erste Mal zum Symposium nach Changchun, in den Nordosten Chinas, kamen.

(Monika Gass)

8th CHANGCHUN International Ceramics Symposium und 1st “Lotus Mountain Prize” – International Contest 2019

Museum für Keramik und angewandte Kunst Waldenburg - Neueröffnung

Große Kugeln liegen auf dem Sockel eines Brennofens – Kugeln mit Augen, mit poetischen Texten, mit lasziven Frauen, springenden Hirschen und abstraktem Dekor. Bemalt wurden sie von Künstlern, die zu Workshops nach Waldenburg in die Werkstätte des Kunsthandels kamen. Die Kugeln sind Teil der privaten Sammlung des Keramikers Peter Tauscher, der seine umfangreichen Bestände in ein von seiner Frau Sabine konzipiertes Museum überführt hat, das ein authentisches Bild der Zusammenarbeit von Kunsthandwerkern und Künstlern vermittelt. An diesem Ort trafen die Maler der Kunsthochschulen Halle, Berlin, Leipzig und Heiligendamm auf die irdenen Großformen des Keramikers Peter Tauscher. Entstanden ist durch diese befruchtende Zusammenarbeit eine Vielzahl von Unikaten – Gefäße, Wandbilder und Figürliches. Im neu eröffneten Museum für Keramik und angewandte Kunst, kurz MKA, ist neben der Kunst auch der Werkstattcharakter erhalten geblieben. Die Exponate werden in Räumen präsentiert, in denen die historischen Maschinen- und Kohleöfen stehen, die über zwei Etagen reichen. In einem wird heute noch gebrannt.

(Doris Weilandt)

Aufglasur-Malerei von Karl-Heinz Richter auf einem Teller von Peter Tauscher, 2016

Künstlerjournal: Ron Geibel und Yu-Pei WU

Ron Geibel  U.S.A.
Geibel wurde1985 in Pennsylvania, USA, geboren. Unterschiedliche kleine, kugelige Objekte verteilen sich regelmässig auf elfenbeinweißen Boxbällen, auf pistolenkugelartigen Objekten oder köstlichen Waffelhörnchen für Eiscreme. Der krasse Widerspruch ist unter der rein visuellen Schönheit versteckt.

Yu-Pei WU   Taiwan
Wu wurde 1990 in Taiwan geboren. Sie arrangiert die Rolle und die Anwendung von Ton und Glasur in umgekehrter Weise. Ton als wesentliches Material für Formgebung und die aufgetragene Glasur wird in ihren Rollen neu definiert: Nach wiederholtem Brennen verschmilzt das glasierte Tonpulver auf der Oberfläche des Werkstücks auf natürliche Weise. Wenn der Brennvorgang abgeschlossen ist, entfernt Wu den Tonkörper unter der Glasur.

(Ting-Ju SHAO)

Ron Geibel

Yu-Pei WU

Werkstattgespräch mit Juan Ortì

Juan, hast Du schon als Jugendlicher davon geträumt, einmal Keramiker zu sein?

Nein, ich bin eher durch Zufall Keramiker geworden. Obwohl ich in einer Künstlerfamilie aufgewachsen bin, hatte ich keinerlei Interesse an Kunst, oder an einem Studium. Trotzdem begann ich dann, Industriedesign zu studieren, konnte aber mit dem gewählten Studiengang nie warm werden. Da ich für einen Abschluss weitere Credit Points benötigte, sah ich mich in der Keramikklasse um und setzte mich versuchsweise an eine Töpferscheibe. Da realisierte ich sofort, dass dies mein zukünftiger Weg sein würde, gab das Studium des Industriedesigns auf und konzentrierte mich ganz auf Keramik. An der Kunstgewerbeschule in Valencia, bei Enric Mestre, liess ich mich folglich zum Keramiker ausbilden.

Wenn Keramikinteressierte Deinen Namen hören, denken sie gewöhnlich an Deine zylinderförmigen Plastiken. Kann man diese als Deinen charakteristischen Stil bezeichnen?

Wenn Du mich fragst, ist der Zylinder die Grundform per se. Vom Zylinder leiten sich alle anderen Formen ab, und mittels der Töpferscheibe kannst Du all diese Formen produzieren. Ich stelle mir gerne vor, alle Formen in unserer Umgebung haben die Zylinderform als Ursprung. Nur die eigene Fantasie kann hier Grenzen setzen.

(Evelyne Schoenmann)

Werkstattgespräch mit  Juan Ortì

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