Maggy Ioannou
Ich begegnete Maggy Ioannou zum ersten Mal in einer Gruppenausstellung, in einem Raum voller Keramiken, die geerdet, erdig, roh wirkten. Schwere Texturen und eine nüchterne Präsenz prägten die Werke, die fest auf Regalen und Sockeln standen und Gewicht ausstrahlten.
Und dann, über allem, hing „Greed“. Es hing von der Decke wie eine private Galaxie, die versehentlich in den Raum getrieben war. Es leuchtete, sanft und fast kissenartig, perfekt ausbalanciert, Porzellan vollbrachte jene unmögliche Kunst, zerbrechlich und doch unaufhaltsam zu wirken. Die Geschichte entfaltete sich, bevor ich sie ganz verstand. Eine Meerjungfrau streckte die Hand aus, einen Vogelschwanz in ihren Händen, als ließe sich Fliegen verhandeln, als ließe sich Begehren in Choreografie übersetzen. Ich erinnere mich, wie ich die ganze Nacht immer wieder zu diesem Werk zurückkehrte. Es forderte eine Art von Aufmerksamkeit, die man sich nicht aussucht.
Maggys Werk trug schon immer eine Erzählung in sich, leise und hartnäckig, fast gegen den Strich dessen, was der zeitgenössische Geschmack oft belohnt. Sie erzählte mir einmal, dass sie sich wegen der poetischen Tendenz in ihrer Arbeit schuldig fühlte, weil sie eine emotionale, lyrische Strömung die Form prägen ließ. Es war nicht modern, und es kam der Moment, in dem sie sich entscheiden musste: Entweder sie würde diese Zartheit annehmen und tiefer graben, oder sie würde ganz aufhören zu arbeiten. Sie wählte die Tiefe und man kann diese Entscheidung spüren wie Luft, die in einen verschlossenen Raum strömt.
(Eleni Lozou)