Neue Keramik 5/2021

Aktuelle Ausgabe – Neue Keramik 5/2021

Im PORTRAIT: 8 Keramikkünstlerinnen und -künstler aus Italien, Indien, Deutschland, China,  Frankreich, Großbritannien, Lettland. Wir berichten über AUSSTELLUNGEN und VERANSTALTUNGEN aus Großbritannien, Niederlande, Deutschland, Lettland, Frankreich, USA. Im KÜNSTLER-JOURNAL stellen wir Steven Montgomery + Satoru Hoshino vor. Darüber hinaus Werkstattgespräche, Termine, Kurse, Seminare, Märkte.

Inhalt

DIE NEWS

PORTRAITS

Patrizio Bartoloni – Italien
Uday Bhangsingh – Indien
Doris Bank – Deutschland
Wan Liya – China
Olaf Stoy – Deutschland
Margareta Goyk-Galvan – Frankreich
Bronwyn Williams-Ellis – Großbritannien
Lïga Skarina – Lettland

FORUM

Im Großen und Ganzen   Gustav Weiß – Kunsttheorie

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

“Keine abhängigen Ursprünge” – Birchington-on-Sea – Großbritannien
Keramiek Triënnale 2021 – Apeldoorn – Niederlande
Experiment & Klassizität – Berlin – Deutschland
Japanische Talente – Deventer – Niederlande
Das Keramion wird 50 Frechen – Deutschland
Martinsons Award 2021 – Daugavpils – Lettland
Pekka Paikkari – Le Don du Fel – Frankreich
keramik hessen e.V. – Deutschland
Jack Lenor Larsen – New York – USA

BÜCHERSEITEN

KÜNSTLER-JOURNAL

Steven Montgomery + Satoru Hoshino  – Ting-Ju Shao – USA / Japan

WERKSTATTGESPRÄCHE

Martha Pachón Rodriguez  – Evelyne Schoenmann – Interview / Technik

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
Ausstellungskalender    International

KURSE / SEMINARE / MÄRKTE
ANZEIGEN
VORSCHAU / IMPRESSUM

Leseproben

Olaf Stoy

Im Atelier des Plastikers Olaf Stoy, vorrangig bekannt für seine im traditionellen Gußverfahren hergestellten Figuren und Büsten aus Porzellan, entstehen auch immer wieder frei modellierte Werke aus plastischen Tonmassen. Bei eben jenen ist es ihm möglich, wie er sagt, auf den langen Prozess des Formenbaus, Ausgießens und Bossierens zu verzichten und spontaner zu arbeiten. Dies führe schließlich dazu, dass er beide Herangehensweisen vereine. Gerade in diesen figurativen Materialkombinationen aus Porzellan und Ton offenbart sich, durch die Verwendung der differenten keramischen Massen, eine ganz eigene, vieldimensionale Korrespondenz. Zwei seiner neueren Arbeiten möchte dieser Beitrag im Folgenden vorstellen.

Erdung und Vergeistigung
In Stoys Unikaten oder Variationen tritt die Urwüchsigkeit des Tones mit dem mit einer seriellen Herstellung assoziierten Porzellan in Beziehung, sowie Gehalt und Form mit den zugeschriebenen metaphysischen Eigenschaften der einzelnen Werkstoffe. Dabei bedient sich der Künstler deren gegensätzlicher, ästhetischer Wirkung.
(Andrea Müller-Fincker)

Olaf Stoy

Margareta Goyk-Galvan

In einem malerischen Winzerort unweit der Weinstraße im Herzen des Elsass lebe und arbeite ich. Im hohen Norden der Holsteinischen Schweiz bin ich aufgewachsen, nicht weit von den Stränden der Ostsee entfernt. Meine Lebensstationen machten dann einen weiten Bogen durch Deutschland bis ich ins Elsass gelangte. Hier konnte und wollte ich kreativ sein.
Mein künstlerischer Werdegang begann 1998, damals hatte ich die Chance bei Louis Bucher aus Boersch die grundlegenden Kenntnisse  von Steingut und Steinzeug kennenzulernen. Ich begann mit dem Drehen an der Töpferscheibe, stellte aber schnell fest, dass das nicht meine Welt war, in der ich meine Fantasie ausleben konnte. Die unkonventionelle Art von Louis Bucher ließ mir den Freiraum vom Drehen an der Scheibe zum Modellieren zu wechseln. Nach einigen Jahren der Aneignung diverser Fähigkeiten, wollte ich die dickwandigen Gefäße und relativ eintönigen, erdigen Glasuren hinter mir lassen. Ich hatte das Bedürfnis größere Plastiken zu kreieren und sie mit leuchtenden Farben zu versehen.  Der Platz in Atelier war sehr begrenzt, und so entschied ich mich meine eigene Werkstatt einzurichten. 

Margareta Goyk-Galvan

Bronwyn Williams-Ellis

“Mit Covid-19 gab es seit Monaten keine Fliesenarbeiten”, sagt Bronwyn Williams-Ellis aus Bath, Großbritannien. Ihre Fliesen sind in ganz England und Wales zu finden. So erhielt sie beispielsweise den Auftrag Seefischplatten für das Restaurant und die Sanitärräume des 4 Sterne Hotels Portmierion & Castell Deudraeth in Penrhyndeudraeth, Nordwales, herzustellen. Sie wurde gebeten, eine Reihe von großen Kachelpaneelen aus bunten, fröhlichen, fliegenden Papageien herzustellen, um einen dunklen Korridor und Aufzugsbereich im Yspbyty Glan Clwyd Hospital in Nordwales zu beleben. Im Musgrove Park Hospital, Somerset, befindet sich eine Reihe ihrer gerahmten Tafeln mit großen weißen Schwänen vor einem leuchtenden tiefen Blau im orthopädischen Aufwachbereich. Bronwyns handgemachte “neolithische” Tonfliesen, die die Geschichte der Gegend widerspiegeln, finden Sie an der Rezeption des Julia’s House Children’s Hospice in Devizes, Wiltshire.
“Trotz der Schwierigkeiten und der Unmöglichkeit während des Lockdowns zu Hause zu arbeiten, entstanden für eine geplante Ausstellung unerwartet mehr als 60 Arbeiten”, verrät Bronwyn, die gebeten worden war, Stücke für eine Ausstellung in der Victoria Art Gallery, Bath, anzufertigen, die im letzten Juli eröffnet werden sollte. “Leider wurde diese wegen der Pandemie um zwei Jahre verschoben und wird nun voraussichtlich am 12. Januar 2022 eröffnet.”
(Tim Saunders)

Bronwyn Williams-Ellis

Lïga Skarina

Im letzten Sommer schien sich die Kunstszene in Lettland in zwei entgegengesetzte Richtungen neu zu orientieren. Einige Künstler stürzten sich in die Beherrschung und das Experimentieren mit den Möglichkeiten einer virtuellen Umgebung, während andere sich auf den Weg in die Natur machten. Die globale Pandemie-Situation gab unserer Gesellschaft einen gesunden Stups über die Bedeutung und das Potenzial der Natur, die direkt hier neben uns ist, aber in den letzten Jahrzehnten in Lettland mehr mit individuellen Ferien auf familieneigenen Landgütern und Gästehäusern assoziiert wurde. Wir hatten uns daran gewöhnt, einen traurigen Seufzer auszustoßen, wenn wir die Nachricht hörten, dass wieder einmal eine Schule auf dem Lande wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen wurde, und hoffnungslos auf die leeren Fenster verlassener Gehöfte zu starren, während wir über enge Landstraßen fuhren. Doch gerade in diesem Jahr, unter dem Druck der gegenwärtigen Verhältnisse, hat der Sog für junge Kreative, der Natur näher zu sein, spürbar zugenommen. Sie schufen offene Werkstätten für sich und Freunde und arbeiteten in der freien Natur.
(Aiga Dzalbe)

Lïga Skarina 

KERAMIEK TRIËNNALE 2021

CODA Museum Apeldoorn – März bis Mai 2021 
Figurativ und abstrakt, monumental oder klein und extrem detailliert. Topfformen, Skulpturen und Objekte, gezeigt neben Wand- und Bodeninstallationen. Vom 7. März bis 30. Mai präsentierte das CODA Museum die Keramiek Triënnale 2021, eine Ausstellung, die CODA in Zusammenarbeit mit der Nederlandse Vakgroep Keramisten (NVK) realisierte. Die Ausstellung zeigte die Arbeiten von 48 Künstlern und Künstlerinnen aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Luxemburg, Irland, England, Rumänien und Slowenien und stellte einen abwechslungsreichen Überblick über die aktuelle Zeitgenössische Keramik in Europa dar. Die Keramiek Triënnale des CODA Museums umfasste auch die Keramikarbeiten von Couzijn van Leeuwen und den Schmuck von Judith Bloedjes. Van Leeuwen starb im Sommer 2019. Er machte sich mit seinen Kartonkunstwerken und Installationen einen Namen.
Keramiek Triënnale 2021
CODA Museum Apeldoorn, Vosselmanstraat 299, NL-7311 CL Apeldoorn, Niederlande
www.coda-apeldoorn.nl
www.nvk-keramiek.nl

Joris Link, Bulan, 2020 Steinzeug, Engoben, H 40 cm, Ø 40 cm

MARTINSONS AWARD 2021

Daugavpils Mark Rothko Art Centre, Lettland
Martinsons Award 2021 ist die international jurierte Ausstellung der 3. Lettischen Keramikbiennale mit Künstlern und Künstlerinnen aus 38 Ländern.
Als Nukleus und Dreh- und Angelpunkt des Biennale-Programms erinnert die Ausstellung an einen der brillantesten und international renommiertesten lettischen Keramikkünstler – Peteris Martinsons (1931–2013). Daugavpils war seine Geburtsstadt und beherbergt heute eine große Sammlung seiner Werke. Gegen Ende des Jahres folgt auf die Biennale ein wirklich bedeutsames Ereignis – die Eröffnung des Peteris Martinsons Memorial Home, das eine Dauerausstellung der Arbeiten des Künstlers beherbergt.
Martinsons Award 2021 wird vom Daugavpils Mark Rothko Art Center in Zusammenarbeit mit dem Lettischen Zentrum für Zeitgenössische Keramik organisiert.
Ausstellung bis 17. Oktober 2021
Mark Rothko Art Centre
Mihaila iela 3
Daugavpils LV-5401 , Lettland
www.rothkocenter.com

 Impression aus der Ausstellung

Künstlerjournal

Steven Montgomery und Satoru Hoshino

Steven Montgomery   (USA)
Steven Montgomery (1954) ist einer der Pioniere, die das Konzept der “Industrie/Maschine” und des Surrealismus in die zeitgenössische Keramik eingeführt haben. Ein Blick auf seine großformatigen surrealistischen “Stahlarbeiten” hinterlassen bleibende Eindrücke.
“Mein Interesse an Industrieteilen ist rein ästhetisch, da ich in keinem der technischen Gebiete, aus denen ich meine Anregungen entnehme, praktische Erfahrung habe. Durch mein Verständnis des keramischen Mediums und seiner inhärenten Grenzenlosigkeit konnte ich meine eigene fiktive Technologie erfinden, die meinen skulpturalen Bedürfnissen entspricht.

Satoru Hoshino  (Japan)
Satoru Hoshino (1945) wurde in Mitsuke City, Niigata, geboren. Nach der mit Keramikplatten raffiniert geschaffenen verwerfungsartigen Struktur der Serie “Surface Strata and Depth”, die 1979 mit dem Preis des Bildungsministers ausgezeichnet wurde, entwickelte er die Serie “Temporary Compositions” mit großen Installationen. Ein plötzlicher Erdrutsch um Mitternacht im Jahr 1986 fegte alles in seinem Anwesen mit Schlamm und Regen weg und ließ nur die vier Mitglieder seiner Familie überleben.
Seine Werke nach diesem Vorfall sind sprachlos schockierend und zutiefst berührend und repräsentieren seine erste Begegnung mit dem Kosmos.

(Ting-Ju SHAO)   

Steven Montgomery   (USA)

Satoru Hoshino  (Japan)

Werkstattgespräch mit Martha Pachón Rodriguez

Martha, Du bist in Bogota geboren und aufgewachsen. Hat auch Deine Karriere als Keramikerin dort begonnen?

Ja, so ist es. Im Alter von 19 Jahren habe ich in Kolumbien angefangen, mit Keramik zu arbeiten. In den Ateliers von Töpfermeistern und Künstlern habe ich das Handwerk von Grund auf erlernt. Nach meinem Abschluss in Kunstpädagogik habe ich Bildende Kunst, mit Spezialisierung auf Keramik, studiert. Meine Diplomarbeit in keramischer Bildhauerei wurde für eine persönliche Ausstellung in der Galerie der “Banco de la Republica” in der Stadt Neiva in Kolumbien ausgewählt. Dies war der Beginn meiner Leidenschaft für plastische Arbeit mit keramischen Materialien. An der Fakultät für Bildende Künste an der Universität Surcolombiana in Neiva habe ich später als Lehrerin für Keramik gearbeitet. Vor einigen Jahren bin ich dann nach Italien gekommen, um mich am Institut “Ballardini” in Faenza auf Steingut und Porzellan zu spezialisieren.

(Evelyne Schoenmann)

Martha Pachón Rodriguez

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