Neue Keramik 2/2021 - Die aktuelle Ausgabe

Im PORTRAIT: 8 Keramikkünstlerinnen und -künstler aus Deutschland, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Italien. Wir berichten über AUSSTELLUNGEN und VERANSTALTUNGEN aus Schweiz, Italien, Niederlande, Serbien, Frankreich. Im KÜNSTLER-JOURNAL stellen wir LU Bin + Margareta Daepp vor. Darüber hinaus Werkstattgespräche, Termine, Kurse, Seminare, Märkte.

Neue Keramik 2/2021 - Inhalt

DIE NEWS

PORTRAITS

Sandra Baruzzi – Italien
Elaine Peto – Großbritannien
Moni Armbruster – Deutschland
Keiyona Stumpf – Deutschland
Laurent Petit – Frankreich
Christine Duncombe-Thüring – Deutschland
Dorothee Wenz – Deutschland

FORUM

Abstrakter Realismus    Gustav Weiß – Kunsttheorie

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

Japanische Keramik im Museum Ariana – Genf  – Schweiz
Festa della Ceramica – Nove – Italien
Magische Realität – Delft – Niederlande
Terra Symposium – Kikinda – Serbien
ArtCeram 2020 – Sevres – Frankreich
Herausforderung Porzellan – Wijster – Niederlande

BÜCHERSEITEN

KERAMIK & REISEN
Residency – Jingdezhen China

KÜNSTLER-JOURNAL
LU Bin + Margareta Daepp – Ting-Ju Shao – China / Schweiz

WERKSTATTGESPRÄCHE
Luca Tripaldi  – Evelyne Schoenmann – Interview / Technik

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
Ausstellungskalender    International

KURSE / SEMINARE / MÄRKTE
ANZEIGEN
VORSCHAU / IMPRESSUM

Neue Keramik 2/2021

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  • PORTRAITS

    Sandra Baruzzi – Italien, Elaine Peto – Großbritannien, Moni Armbruster – Deutschland, Keiyona Stumpf – Deutschland, Laurent Petit – Frankreich, Christine Duncombe-Thüring – Deutschland, Dorothee Wenz – Deutschland

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    Elaine Peto

  • AUSSTELLUNGEN

    Japanische Keramik im Museum Ariana – Genf  – Schweiz, Festa della Ceramica – Nove – Italien, Magische Realität – Delft – Niederlande, Terra Symposium – Kikinda – Serbien, ArtCeram 2020 – Sevres – Frankreich, Herausforderung Porzellan – Wijster – Niederlande

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    Giulia Bertolin – Ausstellung Vecchio Mulino

  • KÜNSTLERJOURNAL

    LU Bin + Margareta Daepp 

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    LU Bin

  • WERKSTATTGESPRÄCHE

    Evelyne Schoenman besucht Luca Tripaldi im Atelier.

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  • TERMINE

    Termine und Ausstellungen von Amsterdam bis Winzer

    16-4-termine

Leseproben

Portraits: Elaine Peto – Großbritannien, Moni Armbruster – Deutschland, Laurent Petit – Frankreich, Dorothee Wenz – Deutschland Ausstellungen / Veranstaltungen:  Festa della Ceramica – Nove – Italien, Magische Realität – Delft – Niederlande, Herausforderung Porzellan – Wijster – Niederlande Künstler-Journal: LU Bin + Margareta Daepp Werkstattgespräche: Luca Tripaldi  – Evelyne Schoenmann

Elaine Peto

Tiere aus Keramik der preisgekrönten britischen Bildhauerin Elaine Peto sind in Galerien und Sammlungen in Großbritannien und Frankreich zu finden und trotz der anhaltenden Pandemie gehen ihre Verkäufe weiter. “Ich muss meine Galerien weiterhin mit Arbeit versorgen, damit mir nie langweilig wird”, sagt sie.
Elaines größere Stücke können bis zu 60 cm hoch oder lang sein, aber sie macht auch kleine Plastiken, die nur wenige Zentimeter groß sind. Ihre bevorzugten Tone sind Steinzeug und Porzellan. “Ich verwende einen Ton, der einen hohen Schamottegehalt hat und sich ideal zum Drehen, Aufbauen von Plastiken und für große Fliesen eignet. Er ist für meine Arbeit perfekt – ich kaufe ihn aus Spanien und werde es hoffentlich auch noch nach dem Brexit tun können.
“Schädel eignen sich besonders gut, um zu lernen, wie man den Kopf einer bestimmten Kreatur von der Platzierung der Augen und Ohren bis zur Form des Kiefers aufbaut.”

(Tim Saunders)

Elaine Peto

Moni Armbruster

Das Interesse für Keramik zeigte sich früh bei Moni Armbruster: Mit sechzehn Jahren belegte sie Töpferkurse und begann das Material zu lieben. Nach dem Abitur bereiste sie die USA und lernte in Boston zwei Keramikstudentinnen kennen. Die beiden zeigten ihr das Massachussetts College of Art. Überwältigt von den Menschen, der Kunst, den Räumen und der unglaublichen Energie wurde ihr schnell klar, dass sie dort studieren musste. Besonders beeindruckend war für sie in den darauffolgenden zwei Jahren am Massart, welch freier Geist am College herrschte: Kunst, Keramik oder Kunsthandwerk… es machte keinen Unterschied. Sich in solchem Maß durch die Keramik wirklich künstlerisch ausdrücken zu können, kannte sie aus Deutschland nicht.
Jeden Morgen um acht Uhr kam ihr Professor Ben Ryterband ins Atelier und staunte, dass das “German busy Girl” schon da war, um zu experimentieren. Er brachte Impulse, inspirierte und motivierte sie: Mal legte er ihr einfach ein Buch an ihren Arbeitsplatz: Constantin Brancusi – und sie erkannte die objekthaften Linien ihrer Vasen in Brancusis säulenhaften Objekten. Oder er ließ einfach einen Satz zur Begrüßung fallen: “Moni, you are an artist”! “No I am not – I am just a potter” antwortete sie lange Zeit – bis sie sich erlaubte, sich als Künstlerin zu empfinden und den freien amerikanischen Kunstbegriff zu verinnerlichen.

(Karen Sternberg)

Moni Armbruster

Laurent Petit

Laurent Petits Werke wurden kürzlich im La Piscine Museum in Roubaix und in der Galerie de l’Ancienne Poste in Toucy (Burgund) vorgestellt. Sie enthüllten ein Universum, das Geschichte, Mythologien und das Pflanzenreich gleichzeitig umfasst. Er arbeitet in Serien und hinterfragt die menschliche Natur ebenso wie die Natur, die uns umgibt.
Laurent Petit wurde 1962 geboren und an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris ausgebildet. Zunächst war er als Industriedesigner tätig und kam 1992 während eines Raku-Kurses mit Ton in Kontakt. Daraufhin absolvierte er eine Ausbildung im Maison de la Céramique in Mulhouse.
Seine Werkreihe begann mit der von 2002 bis 2006 entwickelten Serie Presque-Objets, in der Gefäße oder alltägliche Referenzen in Ocker- und Weißtönen identifiziert werden können. Sie werden vom Künstler als etwas ungewöhnliche Utensilien bezeichnet, die sich im Laufe der Zeit und unter Bezug auf die Archäologie und alte Zivilisationen veränderten. Diese Entstehung einer kontrollierten Vergangenheit führte ihn in den folgenden zwei Jahren zu dem, was er Elébuxes, Cruciles und Lutrondes nannte. Diese Werkbezeichnungen sind mit entfernt lateinischen Anklängen des Künstlers versehen und zeigen seine Aufmerksamkeit für die antike Skulptur, wie sie in seiner Erinnerung verankert ist.

(Marie Maertens)

Laurent Petit

Dorothee Wenz

Wir befinden uns im Jahr 4130 n. Chr. Aus dem Schwabenheimer Boten: Rätselhafter Archäologiefund aufgeklärt! Nach den Funden vom letzten Monat im Mainzer Bezirk Schwabenheim, bei denen undefinierbare, farbige Materialbrocken gesichert wurden, ist die Frage ihrer Herkunft geklärt. Sie sind nicht natürlichen Ursprungs. Es handelt sich um Keramikscherben. In den darunter liegenden Schichten wurden ganze Gefäße – zum Teil in beachtlicher Größe und Teile einer Manufaktur gesichert. Es ist ein wunderbarer Fund, der dieser Phase der Schwabenheimer Strukturkeramik eine besondere Stellung zuschreibt. Die Artefakte werden auf das Ende des 20. bis in die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts datiert. Unsere umfangreichen Recherchen haben bewiesen, dass sie aus keiner Manufaktur, sondern aus dem Studio einer einzigen Künstlerin stammen. Sie lebte von…
So oder so Ähnliches wird man am Beginn des fünften Jahrtausends über die Werkstatt von Dorothee Wenz berichten. Wie gut, dass wir mehr darüber wissen. Ihre Arbeiten haben wirklich eine ungewöhnliche Strahlkraft. Sie baut Gefäße und Figuren, die in ihrer Art eng miteinander verflochten sind.

(Thomas Naethe )

Dorothee Wenz

Festa Della Ceramica Nove 2020

Nove liegt am Ende des Valsuganatals im Veneto, Italien. Sobald man in die Stadt einfährt, weiß man, an einem Ort mit Keramiktradition angekommen zu sein. Egal wo man hinsieht, Keramik ist hier omnipresent. Durch regionale Tonvorkommen, die Lage am Fluß Brenta und der Nähe zu Venedig ein idealer Produktions-Standort.
Im 16. Jahrhundert, nachdem die Nachfrage aus Venedig nach eigenen Interpretationen chinesischer Keramik stetig anstieg, und für das benachbarte Bassano zu groß wurde, verlagerte sich die Produktion nach Nove. Bald waren majolikadekorierte Keramiken von Firmen wie Antonibon, um ein Beispiel zu nennen, weltweit vertreten. Im 18.Jahrhundert hörte das Imitieren der chinesischen Malerei dann langsam auf und man begann großteils lokale Motive umzusetzen. Die Majolika-Malerei ist heute nach wie vor die vorherrschende Methode der Oberflächengestaltung der gesamten Region. Andere bekannte Keramikobjekte aus dem Gebiet sind die Cuchi = keramische Pfeifen (typische und wohl meistbekannte Figur ist ein auf einem Pferd sitzender Soldat aus Napoleon’s Truppen). 

(Helene Kirchmair)

Giorgio di Palma Buchpräsentation “29giorni”

Magische Realität

Im Juni letzten Jahres brachte Stephanie Marie Roos uns einige ihrer neuen Stücke:  In diesen lebensgroßen Büsten konzentriert sie sich in ihrer exzellenten Technik noch mehr auf Details. Auch wenn dies Porträts von Menschen sind, die Sie kennen könnten – mein erster Ausruf, als ich den “Schmetterlingsmann” sah, war tatsächlich “Den kenne ich!” – es geht letztendlich nicht um Ähnlichkeit: Diese Arbeiten erzählen etwas jenseits des Bildes- sie sprechen mit einem.
Stephanie beschrieb den neuen Ansatz als eine psychologischere Art, in menschliche Ausdrücke einzutauchen. Sie suche nicht die große Geste, eher einen magischen Moment, der die Person erfasst.

Eine Ausstellung mit Arbeiten von Stephanie Marie Roos – 10.April bis 8.Mai 2021
Galerie Terra Delft
Nieuwstraat 7, NL-2611 HK Delft

(Simone Haak + Joke Doedens)

Schmetterlingsmann, 2020

Herausforderung Porzellan

Für Wim Borst ist die Entwicklung seiner Keramikarbeiten eine Suche in einem eng definierten Bereich abstrakter geometrischer Formen. Der Würfel und das Rechteck sind ein häufig wiederkehrendes Formelement: im Raum stehend, geteilt, gekippt oder an der Wand. Seit einer Residenz in Sanbao (Jingdezhen) in China 2016 ist er vom Porzellan fasziniert. Ab 2018 hat er sich der Herausforderung gestellt, mit Porzellan zu arbeiten, und es dauerte über ein Jahr, bis er die technischen Aspekte des widerspenstigen Materials im Griff hatte. Er experimentiert mit der Anwendung von Oberflächentexturen auf Porzellanwürfeln. Die Ergebnisse der grafischen Muster, gravierten Linien und der daraus resultierenden Kontraste der “schneeweißen” Haut sind faszinierend. Die niederländischen Künstler Jan Schoonhoven und Ad Dekkers sind Inspirationsquellen für Wim. Merkmale für deren Arbeit sind “Rhythmus und Regelmäßigkeit” und “Wiederholung ähnlicher Elemente”. Nach einer Arbeitszeit im EKWC 1998 hat sich Wims damaliger Wunsch, dieses Thema auf subtile Weise in Porzellan zu gestalten, erfüllt. 

(Lizette Groffen)

O. T., Porzellan, H 10 cm, Ø 13 cm

Künstlerjournal: LU Bin und Margareta Daepp

LU Bin  (CHINA)
Lu Bin (geb.1961) ist Professor an der Universität der Künste in Nanjing. Er ist nicht nur durch seine Keramikarbeiten bekannt, sondern auch ein herausragender Dokumentarfilmer: “Keramik der ethnischen Minderheiten im Südwesten Chinas” erhielt den ersten Preis und den Publikumspreis beim Micice-International Ceramic Film Festival, Spanien.

Margareta Daepp   (SCHWEIZ)
Margareta Daepp (geb.1959) zeigt in ihren Gefäßen eine Harmonie mit dem Kosmos. Ihr Talent liegt in der plausiblen Vereinigung von Formen und Materialien. Als Designerin verschmilzt sie auf natürliche Weise moderne mit traditionellen Formen und Farben und zeigt, wie Vernunft und Schönheit einander gegenübergestellt werden können.

(Ting-Ju SHAO)   

 

LU Bin

Margareta Daepp

Werkstattgespräch mit Luca Tripaldi

Luca, ich frage mich gerade, welchen Beruf Du gerne ergriffen hättest, sofern Du nicht Keramiker geworden wärst?
Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für grüne Landschaften. Wahrscheinlich wäre ich Landschaftsarchitekt geworden, mit Spezialisierung auf die Gestaltung von Friedhöfen. 

Die Anfänge Deiner Leidenschaft für die plastische Kunst lag in der Theaterproduktion. Kannst Du uns etwas über diese Zeit erzählen?
Ich hatte 10 Jahre lang das Glück, für die renommiertesten Opernhäuser in Italien und Frankreich zu arbeiten. Das Interessante an dieser Arbeit war, die besten Lösungen für Sängerinnen und Sänger zu finden, welche während ihren Einsätzen Gesichtsmasken, oder unter dem Kostüm zu tragende, die Konturen des Körpers verändernde Einlagen tragen mussten. Sie mussten sich darin ja bewegen und sich dabei wohlfühlen. Wichtig war auch, die Theaterdirektoren und die Kostümbildner zufrieden zu stellen, denn diese vergaßen oft, dass sie eine Oper und keinen Kinofilm realisierten. In einem Film wird die Aufführung ja aufgezeichnet, während in einer Oper die Darbietung live über die Bühne geht. Die Arbeit an Opernhäusern ermöglichte es mir, das verborgene Potenzial jedes Materials zu berücksichtigen und einen eklektischen Ansatz in meiner Arbeit zu verfolgen.

(Evelyne Schoenmann)

Werkstattgespräch mit Luca Tripaldi

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