Keramik – Kultur und Technikgeschichte

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Keramik – Kultur und Technikgeschichte

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Overview:

von Uwe Mämpel
Prof. Mämpel hat eine neue und überarbeitete Version seines “Klassikers” zur Geschichte der Keramik geschrieben, die über die faszinierende Geschichte dieses Materials informiert.

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Produktbeschreibung

von Uwe Mämpel
Prof. Mämpel hat eine neue und überarbeitete Version seines “Klassikers” zur Geschichte der Keramik geschrieben, die über die faszinierende Geschichte dieses Materials informiert.

Vorwort:
Keramik ist ein gebrannter Werkstoff. Die Kunst, tonhaltige Erde durch Feuer dauerhaft zu verfestigen, gehört zu den ältesten handwerklichen Fertigkeiten des Menschen. Schon vor über 20.000 Jahren gelang es unseren Vorfahren, kleine Figuren zu brennen. Ob dieser Prozeß bewußt oder zufällig in Gang gesetzt wurde, ist unbekannt. Die ersten keramischen Gefäße entstanden mehr als 10.000 Jahre später. Im vergangenen 20. Jahrhundert n. Chr. – wieder über 10.000 Jahre später, nach den ersten Gefäßen – wurde die Palette der keramischen Produkte erheblich ausgedehnt. Heute verfügt die Technik über keramische Bauteile für Motoren, Hitzeschilde, Schneidwerkzeuge, Elektroisolatoren, Elektronikartikel und medizinische Implantate. Der größte Teil des vorliegenden Buches wird von der historischen Entwicklung der traditionellen Warengattungen Gefäß- und Baukeramik eingenommen. Beispiele aus der asiatischen und europäischen Keramikgeschichte verdeutlichen die Technologie der Formgebungs- und Brennprozesse. Leider kann eine Jahrtausende überschauende Kulturgeschichte nur exemplarisch gesellschaftliche und technische Entwicklungen aufgreifen und beschreiben. So wird z. B. auf die eigenständigen Entwicklungen in Afrika und Amerika aus Platzgründen nur am Rande eingegangen. Die Schönheit der einzelnen keramischen Gefäße, Baumaterialien und Plastiken läßt das Schicksal der Hersteller leicht in Vergessenheit geraten. Von den Lebensumständen der frühen Töpfer sind nur wenige Zeugnisse überliefert. Einige ägyptische, griechische und römische Darstellungen weisen auf die soziale Lage der Töpfer hin. Genauere schriftliche Berichte vom sozialen Umfeld in der Keramikproduktion besitzen wir aber erst seit dem Mittelalter. Die aus Ton produzierten Werke sind gegenständlich und mit Hand und Auge begreifbar. Neben dem realen Gebrauchs- und Schmuckwert verfügt Keramik auch über eine mystische Tradition. Die christliche Schöpfungsgeschichte beschreibt die Entstehung des Menschen als eine Formgebung mit Ton. In afrikanischen Mythen wird die Schaffung der Erde mit dem Formen eines Tongefäßes verglichen. Zwischen Tongefäßen und der Figur des Menschen gibt es Wesensverwandtschaften; die Gefäßteile werden mit den Begriffen Fuß, Bauch, Schulter und Hals bezeichnet. Naive Völker vergleichen die Höhlung einer Graburne mit dem Uterus, in den die Überreste eines Verstorbenen zurückgegeben werden. Keramische Grabbeigaben in Form von Pferden und Kriegern erhielten eine Stellvertreterfunktion für reale Lebewesen. Die Industrialisierung der neuzeitlichen Keramikproduktion begann schon in der Renaissance. Frühzeitig wurden Maschinen gebaut, mit denen große Mengen gleichförmiger Produkte wie Töpfe und Ziegel hergestellt werden konnten. Die Industrialisierungsgeschichte der Keramik ist beispielhaft für die Entwicklung der heutigen Industriegesellschaft. Nach jahrzehntelangem Niedergang erfährt in jüngster Zeit die Produktion traditioneller Keramik in Industrie, Handwerk und Freizeitgestaltung wieder einen Aufschwung. Die Breite dieser Strömung reicht von zahlreichen Werkstattneugründungen junger Töpfer bis zum Bemühen der großen Industrie, mit ihren Produktionsmitteln Handform zu imitieren. Dieses Buch soll helfen, die Tradition, in der Keramik heute entsteht, zu durchschauen und den eigenen Standort zu erkennen. Die Schönheit und Ausdruckskraft keramischer Erzeugnisse wie Geschirre, Töpfe, Vasen, Wandplatten, Ziegel und plastische Gestaltungen versetzen den Betrachter immer wieder in Erstaunen. Das Leben der Tongräber, Töpfer, Brenner und der Hilfskräfte war aber selten beneidenswert. Der vorliegende Band ist die überarbeitete und erweiterte Fassung einer 1985 erschienenen Veröffentlichung des Deutschen Museums und des Rowohlt Taschenbuch Verlags. Die Überarbeitung wurde unterstützt von der ‚Fachgruppe Geschichte der keramischen Technik in der Deutschen keramischen Gesellschaft‘ und vom ‚Europäischen IndustrieMuseum für Porzellan‘ in Selb. Allen Informanten und Helfern, die zum Gelingen des Buches beigetragen haben, danke ich herzlich.
Uwe Mämpel, Bremen, im Mai 2002.

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Gewicht

0.9 kg