Neue Keramik 4/2019 - Inhalt

DIE NEWS

INTERVIEW
Si-Sook Kang  – Korea / Deutschland

PORTRAITS
John Dermer Australien
Enric Mestre – Spanien
Gilles / Wiemann – Frankreich
Hana Novotná – Tschechische Republik
Arina Ailincai – Rumänien

FORUM
Unsere Welt – Gustav Weiß – Kunstbetrachtung

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

NCECA – Minneapolis – USA
3 Töpferfamilien – Onta – Japan
Interreg Europe – Limoges – Frankreich
Exponate – Höhr-Grenzhausen – Deutschland
Ceramic Art  – London – Großbritannien
Fes_Tea_Val – Wiesbaden – Deutschland
Sculptural Biennial – Datong China
Zarte Flügel – Dicke Brummer – Frechen Deutschland
Reine Formsache – Hohenberg / Selb Deutschland

KERAMIK & REISEN
Keramik im Sultanat – Oman

KÜNSTLER-JOURNAL
Rokubey Kiyomizu – Japan und Sylvie Enjalbert – Frankreich – Ting-Ju Shao

WERKSTATTGESPRÄCHE
Ruth Ju-shih Li – Evelyne Schoenmann – Interview / Technik

 

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
Ausstellungskalender    International

KURSE / SEMINARE / MÄRKTE
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Neue Keramik 4/2019

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  • INTERVIEW
    Si-Sook Kang  – KR / D

    PORTRAITS
    John Dermer – AU, Enric Mestre -ES, Gilles / Wiemann – FR, Hana Novotná – CZ, Arina Ailincai – RO

     

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    Si-Sook Kang

  • AUSSTELLUNGEN

    NCECA – Minneapolis – USA, 3 Töpferfamilien – Onta – JP, Interreg Europe – Limoges – FR, Exponate – Höhr-Grenzhausen – DE, Ceramic Art  – London – GB, Fes_Tea_Val – Wiesbaden – DE, Sculptural Biennial – Datong – CN, Zarte Flügel – Dicke Brummer – Frechen, DE, Reine Formsache – Hohenberg / Selb – DE

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    Ceramic Art London – Jin Eui Kim

  • KÜNSTLERJOURNAL

    Rokubey Kiyomizu – JP und Sylvie Enjalbert – FR

     

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    Sylvie Enjalbert

  • WERKSTATTGESPRÄCHE

    Evelyne Schneemann besucht Ruth Ju-shih Li  im Atelier.

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  • TERMINE

    Termine und Ausstellungen von Amsterdam bis Winzer

    16-4-termine

Leseproben

Portraits: Si-Sook Kang  – KR / D, John Dermer – AU, Gilles / Wiemann – FR, Arina Ailincai – RO Ausstellungen / Veranstaltungen: Ceramic Art  – London – GB, Fes_Tea_Val – Wiesbaden – DE, Zarte Flügel – Dicke Brummer – Frechen, DE Künstler-Journal: Rokubey Kiyomizu – JP und Sylvie Enjalbert – FR Werkstattgespräche: Ruth Ju-shih Li  – Evelyne Schoenmann

Si-Sook Kang

Sie kamen nach Deutschland und sind geblieben, – was war der Grund für Sie Südkorea mit dessen ganz anderer, von uns „Westlern“ so geschätzten Keramikkultur zu verlassen?

Die Kultur der Keramik unterscheidet sich sicherlich je nach Tradition und Kultur, ich empfinde sie jedoch als extrem spontan und gleichzeitig vielfältig.

Anders ausgedrückt unterscheiden sich diese unterschiedlichen Kulturen in Geschichte, Alter und Vielfältigkeit, doch haben unsere Ahnen in ihrem jeweiligen Umfeld ihr Bestes gegeben. So ähneln sich die Ergebnisse doch,- im großen Bild betrachtet. Die keramische Kultur Koreas, Chinas und Japans ist im Vergleich mit anderen Kulturen zwar älter und vielfältiger, dies ist jedoch sehr mit den in Ostasien naturgegebenen Materialien verbunden. Betrachtet man die keramische Geschichte, ist natürlich die Keramik aus Korea besonders interessant. Ich war aber sehr interessiert an der Gegenwart, an gegenwärtiger Kunst und möglichen Weiterentwicklungen verschiedener Materialien. Im Gegensatz zu meinen jüngeren Jahren entdecke ich seit kurzem auch, dass ich mehr und mehr in die lange Geschichte der koreanischen Keramikkultur eintauche.

(Monika Gass)

Si-Sook Kang

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John Dermer

Begonnen hat unser Dialog im Januar 2017. Anlässlich eines Besuchs im Keramikmuseum Westerwald bat mich die damalige Direktorin Monika Gass Kontakt aufzunehmen mit John Dermer, der sich Rat suchend an das Museum gewandt hatte. Sagte mir der Name zunächst nichts, wurde mir aber bald klar, dass er ein keramisches Schwergewicht sein musste. Der letzte Salzkeramik Preis 2006, ausgelobt durch die Handwerkskammer Koblenz, ging an ihn. Nicht in den Westerwald, nicht nach Europa, es musste Down Under sein. Als sich mir die Gelegenheit bot im Archiv des Museums die Ankäufe von John Dermer in die Hände zu nehmen, wurde mir klar: salzglasierte Oberflächen vom Feinsten.
Wer ist nun dieser John A. Dermer?
Er wurde 1949 in Melbourne, Australien, geboren. Schon während seiner frühen Jugend beschäftigte er sich damit, Dinge zu bauen. Häuser aus Karton oder Bauarbeiten in der Nachbarschaft weckten sein Interesse. Dies führte sicherlich dazu, dass er später sein eigenes Haus bauen sollte. Eltham, ein Künstlerviertel in Melbourne, ließ ihn in die Welt der Töpfer, Bildhauer und Maler eintauchen. Preise bei Plakatwettbewerben in der Schule führten den Teenager dazu, sich an einer Kunstschule anzumelden mit dem Berufsziel Graphic Design. Vor Studienbeginn hatte er jedoch ein einschneidendes Erlebnis.

(Bodo Römer)

John Dermer

Martine Gilles - Jaap Wieman

Als junges Atelier (gegründet 1975) nahmen wir 1985 an der ersten Biennale von Nevers im Palais Ducal de Nevers teil, an der auch die großen Töpfereien mit traditionellem Know-how beteiligt waren. Um das Steingut wiederzubeleben, gründeten die Teilnehmer und wir die Union Professionnelle de Maîtres Faïenciers de France.

Diese großen traditionellen Fabriken suchten nach jungen Werkstätten, die sich auf das Dekorieren verstanden. Davon gab es nicht mehr viele, weil Kunstschulen unter dem Einfluss von Bernard Leach, der östliche und westliche Keramik zusammen führte, nur das Arbeiten mit Steinzeug lehrten. Die Kunst der Teezeremonie mit ihren Schalen und ihren nüchternen und rustikalen Teekannen war zu dieser Zeit sehr in Mode.
Seit dieser Zeit werden alle von Jaap Wieman auf der Scheibe gedrehten Stücke von Martine Gilles mit einem Pinsel in leuchtenden Farben bemalt. Diese feinen Steingutstücke werden anschließend bei hoher Temperatur gebrannt. Unser einzigartiger und wunderlicher, einfallsreicher und individueller Ausdruck fand die Anerkennung bei unseren Kollegen.

Martine Gilles – Jaap Wieman

Arina Ailincai

Bei der Auswahl der Themen meiner Werke gehe ich seit einiger Zeit konsequent vor und verwende skulptural-anthropomorphe Metaphern, um das ewig diskutierte, grundsätzliche Problem der Beziehung zwischen den beiden Dimensionen des Menschen hervorzuheben: die Welt, die wir durch unsere Sinne wahrnehmen, die materielle Welt des Körpers – mit dessen Verfall in der Zeit – und unsere innere Welt, in der die “Werke” des Geistes und die des Bewusstseins verankert sind.
Wir neigen dazu, unsere Aufmerksamkeit und unseren Blick auf die Ausdruckskraft des Körpers als äußere Hülle in all seinem Reichtum an vorliegenden Formen zu richten, während wir andererseits erkennen, dass dieser Körper unsere innere archetypische Welt, dieses fabelhafte Universum, umhüllt, in dem der Geist unermüdlich nach Wegen sucht, um die flüchtige Natur unserer Existenz zu transzendieren. Das Verhältnis der Koexistenz zwischen Innen und Außen bezieht sich auf unseren Zustand in dieser Welt und sie ergänzen sich als Teile eines Ganzen.
Mein Wunsch ist es, metaphorische “dreidimensionale Gedichte” zu kreieren und diese Botschaft künstlerisch zu übersetzen. Dazu wählte ich den Abguss des menschlichen Körpers in verschiedenen Hypostasen als formales Vehikel.

Arina Ailincai

Ceramic Art London

22. bis 24. März 2019 Central Saint Martins King`s Cross

Central Saint Martins, (CSM), bekannt für Lehrende und Studierende mit bester Reputation, bietet eine qualifizierte keramisch orientierte Ausbildung in Kunst, Design, Forschung und Historie. CSM, als Teil der University of the Arts London (UAL), ist untergebracht in einem beeindruckenden Gebäudekomplex in King’s Cross, Central Saint Martins’. Studierende profitieren vom Gesamtschulsystem, das traditionelle sowie digitale Einheiten und Workshops zur Verfügung stellt. Gemeinsam zu nutzende Räume, eine umfangreiche Bibliothek sowie die zentralen Lage sprechen für sich. Bekannte Keramikabsolventen sind z.B. Gordon Baldwin, Alison Britton, Rob Kesseler, Robin Levien, Richard Slee. www.arts.ac.uk/csm
In Kooperation mit der 1958 gegründeten Craft Potters Association of Great Britain (CPA), wurde im Mai 2019 die 15. CAL mit 90 Künstlerinnen und Künstlern durchgeführt, – in einem beeindruckenden Ambiente! Keramikinteressierte kamen 2019 um zu schauen, zu fragen, zu kaufen. Denn zur CAL ist der direkte Verkauf erlaubt – erwünscht sogar, und genau das macht für Ausstellende und Gäste den speziellen Charakter dieses Events aus.Zudem war eine Auswahl hochinteressanter Vorträge geboten – einen Überblick zu Themen und Inhalten finden Sie hier: http://ceramicartlondon.com/claytalks

(Monika Gass)

Jongjin Park

FES_TEA_VAL

Eine Ausstellung einzigartiger
Teekannen und Kännchen
NASPA WIESBADEN – zu sehen noch bis zum 16. August 2019

Eine Bank und Tee, das passt doch gut – wurde dieser doch einst mit Gold aufgewogen. Tee: – “Das weiße Gold des Kaisers”, Teeblätter und deren Zubereitung wurden zelebriert, kein Wunder also, dass die Gestaltung von Teekannen bis heute Künstler und Künstlerinnen inspiriert. Chinesischer, koreanischer, japanischer Tee hat als Kultgetränk längst unsere modernen Zeiten erobert. Und zu bestem Tee gehört feinste Gefäßkultur, – Unikate, aus Porzellan oder Steinzeug, handgefertigt und hoch geschätzt, gehören in Asien zum Tee dazu. Aber auch hierzulande kommt die Lust am schönen Kännchen nicht zu kurz. Ob meditativ genossen oder als gesunder Kräutertrank – Tee verführt die Sinne! Tee kam in Form von Teeblättern oder Teepulver erst Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa: 1610 brachte die Niederländische Ostindien-Kompanie den ersten grünen Tee mit. Schnell eroberte das zartduftende edle Kraut Haus und Hof und ist aus unserem Kulturkreis nicht mehr wegzudenken. Begeistert von der Vielfalt asiatischer Teegefäße hat sich seit mehr als 100 Jahren die internationale Keramikszene diesem Thema gewidmet und Erstaunliches in Formen und Farben kreiert.

(Monika Gass)

Ah Leon

Ausstellung im KERAMION ``Zarte Flügel, dicke Brummer – Insekten und sonstiges Getier in der Keramik``

Die Beschäftigung mit bestimmten Tieren galt (und bedingt gilt sie auch noch heute) als besonders ruhmreich. Forschte ein Wissenschaftler an Primaten und Großkatzen oder erlegte ein Großwildjäger in der afrikanischen Steppe die berühmten „Big Five“, so sorgte beides für Respekt. Eigentümlich wirkt im direkten Vergleich dazu der Insektensammler – wie auf dem Gemälde „Der Schmetterlingsfänger“2 von Carl Spitzweg stellte man sich unter einem Entomologen einen blassen, schrulligen Eigenbrötler vor. Doch aktuell sind Entomologen überall gefragte Redner – die Sorge um den Rückgang vieler Insektenarten hat breite Bevölkerungsschichten erreicht, und immer mehr Menschen diskutieren die tiefgreifenden Auswirkungen auf unser Ökosystem. Die Ausstellung „ZARTE FLÜGEL, DICKE BRUMMER – Insekten und sonstiges Getier in der Keramik“ nimmt die Aktualität des Themas zum Anlass, um mithilfe von über 200 Objekten aus vier Jahrhunderten von internationalen KünstlerInnen aus Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien und der Türkei der überaus komplexen Beziehung von Mensch und Insekt nachzugehen.
Mithilfe der historischen Keramik aus dem 18. Jahrhundert können wir in die Anfangszeit der modernen systematischen Erfassung der Flora und Fauna blicken, um dieser Beziehung auf die Spur zu kommen. Beispielhaft sieht man an historischen Porzellanen, wie ausgehend von chinesischen und japanischen Vorbildern zunächst das gemalte Fantasieinsekt die Kannen, Koppchen und Teller der Manufakturen Meissen und der KPM eroberte.

(Olga Moldaver)

Kaffeeservicegedeck „Tirana“, Formentwurf Friedrich Fleischmann, 1927 Foto: Regina Spitz

Künstlerjournal: 8. ROKUBEY (MASAHIRO) Kiyomizu und Sylvie Enjalbert

8. ROKUBEY (MASAHIRO) Kiyomizu (Japan)

KIYOMIZU wurde 1954 in Kyoto, Japan, geboren.Ton extremer Temperatur auszusetzen, führt zwangsläufig zum Formverlust. Das ist ein Naturgesetz. Wie können wir diese Eigenschaften des Tons aufgrund unserer Kenntnisse zum Ausdruck bringen? Die Areiten von Kiyomizu Rokubey VIII haben keine inneren Unterstützungen. Durch das Einschneiden oder das Entfernen bestimmter Teile schwächt er die Struktur der Objekte, um so ein Einsinken und Verziehen der Struktur im Brand zu bewirken.

Sylvie Enjalbert

Sylvie Enjalbert wurde 1973 in Rodez, Frankreich, geboren.
Die Künstlerin geht in die Vergangenheit zurück, um einen Dialog mit den von ihren Ahnen hergestellten Gefäßen zu erzeugen. Der Formungsprozess beinhaltet nicht nur die Interaktion des Körpers von Sylvie Enjalbert im Dialog mit dem Medium, sondern die Gefäße tragen die Spuren der Fingerabdrücke der Künstlerin und die einfachen, schmucklosen Formen zeigen Präzision und Sensibilität.

(Ting-Ju SHAO)

8. ROKUBEY (MASAHIRO) Kiyomizu

Sylvie Enjalbert

Werkstattgespräch mit Ruth Ju-shih Li

Ruth, es war schön, Dich letzten Herbst in Taiwan bei der IAC Konferenz zu treffen. Du scheinst einen höchst vielfältigen Lebenshintergrund zu haben und als Künstlerin ein abwechslungsreiches Leben zu führen.
Als Künstlerin teile ich meine Lebenszeit im Moment zwischen meinen Studios in Sydney – Australien, Taipei – Taiwan und in Jingdezhen – VR China, auf. Geboren bin ich in Taiwan, aber meine Familie emigrierte nach Neuseeland, als ich 3 Jahre alt war. Als ich zehnjährig war, zogen wir nach Australien um. Da ich die meiste Zeit meines bisherigen Lebens in Australien verbrachte und dort auch an der National Art School studiert habe, identifiziere ich mich heute als Taiwanesisch-Australische Künstlerin. 

(Evelyne Schoenmann)

Werkstattgespräch mit Ruth Ju-shih Li

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