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Neue Keramik 2/2020 - Inhalt

DIE NEWS

PORTRAITS

Paolo Polloniato (POL) – Italien
Alfred Schließler / Krösselbach – Deutschland
Waleed R. Qaisi – Jordanien
Janina Myronova – Polen
Mechthild Poschlod – Deutschland
Karin Flurer-Brünger – Deutschland

FORUM

Keramik zwischen Handwerk und Kunst –  Gustav Weiß – Kunstbetrachtung

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

Potz und Blitz – Wien – Österreich
Elements in Mythology – Vadodara – Indien
Cerasmus+ – Maines – Spanien
Städte der Keramik Europa – Manises Spanien
Mathieu Casseau – Deventer – Niederlande
Clay Today  Middelfart – Dänemark
Heidi Manthey – Helden – Deutschland
Sunken Treasures – Leeuwarden – Niederlande
Bauhaus-Werkstatt-Museum – Dornburg – Deutschland
Sinnesarchitektur – Daugavpils – Lettland
Tag der offenen Töpferei – Deutschland

KÜNSTLER-JOURNAL

Haruyuki Matsumoto und Sayaka Shingu, Japan – Ting-Ju Shao

WERKSTATTGESPRÄCHE
Marcia Selsor – Evelyne Schoenmann – Interview / Technik

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
Ausstellungskalender    International

KURSE / SEMINARE / MÄRKTE
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VORSCHAU / IMPRESSUM

Neue Keramik 2/2020

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  • PORTRAITS
    Paolo Polloniato (POL) – IT, Alfred Schließler / Krösselbach – D, Waleed R. Qaisi – JO, Janina Myronova – PL, Mechthild Poschlod – D, Karin Flurer-Brünger – D

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    Paolo Polloniato

  • AUSSTELLUNGEN
    Potz und Blitz – Wien – AT, Elements in Mythology – Vadodara – ID, Cerasmus+ – Maines – ES, Städte der Keramik Europa – Maines – ES, Mathieu Casseau – Deventer – NL, Clay Today  Middelfart – DK, Heidi Manthey – Helden – D, Sunken Treasures – Leeuwarden – NL, Bauhaus-Werkstatt-Museum – Dornburg – D, Sinnesarchitektur – Daugavpils – LV, Tag der offenen Töpferei – D

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    Das Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg, Kasten mit Schmelzkegeln aus den 1920er Jahren

  • KÜNSTLERJOURNAL

    Haruyuki Matsumoto und Sayaka Shingu, Japan

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    Sayaka Shingu – Japan

  • WERKSTATTGESPRÄCHE

    Evelyne Schoenmann besucht Marcia Sensor im Atelier.

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  • TERMINE

    Termine und Ausstellungen von Amsterdam bis Winzer

    16-4-termine

Leseproben

Portraits: Paolo Polloniato (POL) – IT, Alfred Schließler / Krösselbach – D,  Janina Myronova – PL,  Karin Flurer-Brünger – D Ausstellungen / Veranstaltungen:  Heidi Manthey – Helden – D, Bauhaus-Werkstatt-Museum – Dornburg – D, Sinnesarchitektur – Daugavpils – LV Künstler-Journal: Haruyuki Matsumoto und Sayaka Shingu  – Japan Werkstattgespräche: Marcia Sensor – Evelyne Schoenmann

POL (Paolo Polloniato)

Um Paolo Polloniato (Künstlername POL) in Bezug auf sein Schaffen und seine Karriere zu verstehen, müssen wir auf das Jahr 2008 zurückblicken, ein wichtiges Jahr in der zeitgenössischen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte: Das war das Jahr, in dem sich die Finanzkrise, die 2006 ihren Ursprung in den USA hatte, über den Rest der Welt ausbreitete. Noch heute können wir die sozialen und politischen Auswirkungen sehen. Im Jahr 2008 war POL 29 Jahre alt, und er hatte gerade sein Diplom an der Kunstakademie in Venedig abgeschlossen, wo er hauptsächlich Malerei studiert hatte. In dem Jahr brach er zu seinem Aufenthalt in Paris (2009-2011) und anschließend Brüssel (bis 2013) auf und kehrte dann in seine Geburtsstadt Nove zurück.
Nove ist eine kleine Stadt in der Provinz Vicenza in der Nähe von Bassano. Ursprünglich ein Handwerkszentrum, entwickelte es seit dem 17. Jahrhundert eine industrielle Struktur, die es zu einem der wichtigsten Standorte für Keramik in Europa machte. Beispiele für dieses goldene Zeitalter sind in der Sammlung des Museo della Ceramica in Nove und in vielen anderen italienischen und internationalen Museen zu sehen. 

(Luca Bochicchio)

POL  (Paolo Polloniato)

Keramikwerkstatt Krösselbach 1946 - 2020

Im Scheitelpunkt eines engen Talbogens, kräuseln sich von der Höhe des kleinen Odenwalds herab in einer kleinen Schlucht, die schmalen Wasser des Krösselbachs in den Neckar und geben dem Ort den Namen. Auf dem schmalen Grundstück am Fuß des steilen, bewaldeten Hangs, direkt am Neckar, erbauten Gustav und Carla Schließler 1928 ein Sommerhäuschen neben einer ganzjährig schüttenden Quelle mit gutem Wasser.1937 emigrierte die Familie an diesen zurückgezogenen Flecken und wohnte seither hier. Von einer mittelalterlichen Siedlung  zeugt heute noch ein großes Kellergewölbe, das von der Familie Schließler damals ausgegraben wurde. Kriegsbedingt konnte Gisela Schließler, Tochter von Gustav und Carla, nur eine kurze Zeit bis 1942 an der Akademie in Karlsruhe einer bildhauerischen Ausbildung nachgehen. 1945 wurde ihr eine Töpferscheibe geschenkt, weil man wusste, dass sie mit Ton arbeitete, kleine Plastiken modellierte und seit 1942 in einem kleinen Bretterschuppen in Krösselbach auch ein Atelier hatte.Der Töpfermeister Michael Fischler, Flüchtling aus Schlesien, hörte von der Töpferscheibe und bewarb sich als Töpfer. Daraufhin beschloss Carla Schließler, Giselas Mutter, eine Töpferei  zu eröffnen. Eine kleines Werkstattgebäude mit integrierter Wohnung für Familie Fischler wurde gebaut und das Anwesen an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.

(Alfred Schließler)

Alfred Schließler

Janina Myronova

Interviewt von Monika Gass

Was war Dein erster Schritt in der Keramik?
Als kleines Kind habe ich viele kreative Dinge gemacht. Ich liebte es zu singen, Gitarre zu spielen, zu tanzen und zu malen. Ich entschied mich für das Art College in Donieck in der Ukraine. Ich habe mich auf Empfehlung meines Lehrers, der mich auf die Prüfung vorbereitet hat,für die Keramik entschieden. Ich begann mit kleinen Plastiken. Ich habe immer noch eines meiner ersten Werke, das meinen Vater zeigt. In meinem zweiten Studienjahr habe ich verstanden, dass ich Klassen liebte, in denen wir verschiedene Dekorationstechniken ausprobieren konnten. Ich experimentiere viel mit Überglasurmalerei und für mein Diplom habe ich eine Wandarbeit für den Eingang des Art College angefertigt, die dort immer noch hängt. Nach dem Art College war ich mir sicher, dass ich weiterhin Keramik studieren möchte. Ich habe die Nationale Kunstakademie in Lemberg in der Ukraine und die Eugeniusz-Geppert-Akademie für Kunst und Design in Breslau/Wroclow in Polen mit einem Master abgeschlossen.

Janina Myronova

Karin Flurer-Brünger

über schwarz Gebranntes und die Liebe zum Ton

Begabung, Neugier, Schaffenskraft und eine nicht zu verkennende Freude an allem, was sie macht und plant: so habe ich Karin kennen gelernt vor mehr als 35 Jahren, – so und nicht anders ist sie heute noch. Ein Mensch, eine Keramikerin voller Energie und Tatkraft. Was Wunder, wenn immer neue Themen immer neuen Elan und innere wie äußere Anpassung im alltäglichen Werkeln fordern! Im Spagat zwischen eigenem Atelier, der Universität, zwischen Reisen in ferne und fernste Länder, zwischen anspruchsvollem therapeutischen Geben im Umgang mit Menschen, denen es gerade nicht so gut geht, und der Teilnahme an Symposien, bzw. der Organisation derselben, in denen aufgetankt werden kann – interessant, vor allem“gleich-wertig“ sind Karin Flurer-Brünger all diese Aspekte. Ein gutes Rüstzeug, das schon in der Lernphase variierende Aspekte späterer Taten spiegelt, braucht es dafür schon: von 1973 bis 1976 verbrachte sie ihre Lehr- und Gesellenzeit – als letzte Auszubildende – in der Töpferei von Gerhard Seiler, in Leutershausen bei Ansbach, in der damals noch Bunzlauer Geschirr hergestellt wurde. 1985 folgte die Meisterprüfung im Keramikhandwerk.

(Monika Gass)

Karin Flurer-Brünger

Heidi Manthey

Die Altmeisterin der ostdeutschen Keramik feiert ihren 90. Geburtstag

Zum 90. Geburtstag Heidi Mantheys zeichnet eine Retrospektive im Hedwig Bollhagen Museum erstmalig mehr als sieben Jahrzehnte ihres künstlerischen Schaffens nach. Anhand von rund 150 “feinen Lieblingsstücken” – aus ihrer eigenen Sammlung, aus Sammlungen von Freunden und Weggefährten sowie aus der Zustiftung zum HB-Nachlass, der Sammlung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – läßt uns die Begegnung mit Heidi Mantheys Fayencen und Porzellanen geradezu eintauchen in eine andere Welt – another world, so trefflich formuliert von dem US-amerikanischen Theaterregisseur Robert Wilson in seiner Widmung!
Als „die mit den Tonpfeifen“ war sie bekannt in den Jahren ihres Studiums hoch oben auf dem Burg-Berg am Institut für künstlerische Werkgestaltung (Burg Giebichenstein) in Halle/Saale, wo sie später selbst von 1980 – 1997 Keramik-Dekor lehrte.

(Nicole Seydewitz)

Heidi Manthey

Das Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg

Es gibt weltweit kein anderes Gebäude, in dem eine Bauhaus-Werkstatt noch so original erhalten ist wie im ehemaligen Marstall in Dornburg, der eine museale Erweiterung erfahren hat. Schon beim Eintritt ist die Atmosphäre der 1920 eröffneten Ausbildungsstätte zu spüren. Drehscheiben, die Tonaufbereitungsanlage, eine Glasurtrommel und die Gussformen für inzwischen zu Keramik-Ikonen gewordenen Gefäßen stehen noch an ihrem Platz und sind funktionsfähig. Die Struktur, die Gerhard Marcks, Theodor Bogler und Otto Lindig für diesen Bereich des Bauhauses schufen, ist unverändert und lebendig.
Die kleine Stadt, die hoch auf einem Felsplateau über der Saale liegt, war bekannt für seine Töpfer und für die Tonvorkommen der Umgebung. Nach der Novemberrevolution und der Abdankung des Weimarer Fürstenhauses standen zu Beginn der 1920er Jahre die Dornburger Schlösser leer. Den Marstall entdeckten die Bauhäusler, allen voran Marguerite Friedlaender, auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, die in Weimar nicht zu finden waren. 

(Doris Weiland)

Theodor Bogler: Tee-Extraktkanne (1923)

Sinnesarchitektur der ungarichen Künstlerinnen Zsófia Karsai und Márta Radics

Bei der künstlerischen Arbeit geht es zumeist um die Reflexion der inneren Welt des Schöpfers, um eine realistische Darstellung sozialer Szenen oder um einen abstrakten Ausdruck der eigenen Gefühle. Wenn eine Künstlerin ein fertiges Werk der Öffentlichkeit vorstellt, lässt sie einen Blick in die Tiefe der privatesten Gebiete ihrer inneren Welt werfen.
2019 haben zwei ungarische Keramikerinnen, Zsófia Karsai und Márta Radics bei zwei gleichzeitigen Einzelausstellungen im Daugavpils Mark Rothko Art Center, Lettland, die Räume ihrer inneren Befindlichkeit geöffnet, beide in der Ausstellung „Step by Step“ und in Radics Show von ihrem „Königreich“. Die Künstlerinnen erhielten die Einladung zu diesen Einzelausstellungen im Art Center als Jurypreis bei einem “Memory Box”-Wettbewerb, der Ende 2017 im Daugavpils Mark Rothko Art Center stattfand.
In den Werken von Zsófia Karsai steckt ein starkes Symbolkonzept. Die Gesamtansicht der von der Künstlerin geschaffenen Formen bezieht sich auf einfache geometrische Formen und Körper aus der Architektur. 

(Valentins Petjko)

Zsófia Karsai – INSIDE-OUTSIDE eingefärbtes Steinzeug, Engobe, 25 x 23 x 7,5 cm, 2019

Künstlerjournal: Haruyuki Matsumoto und Sayaka Shingu

Haruyuki Matsumoto (Japan)
Matsumoto wurde 1983 in Tottori, Japan, geboren. Nach dem Abschluss seines Masterstudiengangs an der Kyoto Seika University ließ sich Matsumoto in Shigaraki nieder und konzentrierte sich auf die Herstellung von weißen Porzellangefäßen im Holzbrand. Seine Tassen, Teegeschirre, Flaschen und Gläser sind elegant und raffiniert. Sie wirken dem Eindruck schwerer, im Holzofen gebrannter Keramik mit starken Feuer- und Aschespuren entgegen. 

Sayaka Shingu   (Japan)
Sayaka Shingu wurde 1979 in Osaka geboren. Das hoch entwickelte Handwerk und die dekorative Kunst in der Edo-Zeit (1603 – 1868) bilden einen Teil des Fundaments der modernen Ästhetik in Japan. Die japanischen Keramiker des 21. Jahrhunderts begannen emulative Keramikblumen zu vergrößern und später zarte Landschaften mit sehr kleinen Punkten oder feinen Strichen zu konstruieren.

(Ting-Ju SHAO)

Haruyuki Matsumoto

Sayaka Shingu

Werkstattgespräch mit Marcia Selsor

Marcia, Du bist Professorin Emerita. 2016 konntest Du ein halbes Jahrhundert als Keramikerin feiern. Wir kennen uns ja schon lange, aber auch unsere Leser interessiert Dein spannender Hintergrund.

Also ich habe einen BFA und MFA in Keramik. Ich begann 1975 in Billings, Montana, Keramik zu unterrichten. 1985-86 verbrachte ich ein Jahr mit einem Fulbright-Stipendium, um traditionelle spanische Töpfertechniken zu erforschen, und 1994 brachte mich ein Fulbright-Preis nach Usbekistan, um Studiokeramik und Keramikkunstgeschichte am Taschkent Institute of the Arts zu unterrichten. 1991 gehörte ich zu einer Gruppe von Amerikanern, die 12 Keramikkünstler aus der ehemaligen Sowjetunion beherbergten, und wurde danach für einen Monat nach Lettland eingeladen, um mit derselben Gruppe zu arbeiten. Peteris Martinsons war einer der Organisatoren. Seit 1995 gebe ich Workshops in Europa. Zuerst in Spanien, im Centro Agost von 1995-99. 

(Evelyne Schoenmann)

Werkstattgespräch mit Marcia Selsor

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