Neue Keramik 2/2018 - Inhalt

DIE NEWS

INTERVIEW

Judith Schwartz – USA

PORTRAITS

Joo Young Han – Korea / Kanada
Karin Schweikhard – Deutschland
Rafa Pérez – Spanien
Dong Hee Suh – Korea
Ute Naue-Müller – Deutschland
Dora Várkonyi – Deutschland

Forum / PÄDADOGIK

Keramik und Digitalität – Gustav Weiß – Kunstbetrachtung

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

XIII. Internationale Keramikbiennale – Manises Spanien
20 Jahre Galerie Terra Rossa –  Leipzig Deutschland
Von Helsinki nach Moskau – Moskau Russland
Arctic Symposium & Workshop – Kusadasi Türkei
Hedwig Bollhagen Museum – Velden Deutschland
Zaubertöpferscheibe – Rom Italien
Rakuriosi – Rom Italien
Beth Cavener – La Meridiana USA / Italien
Schule für Design und Kunst – Riga Lettland

KÜNSTLER-JOURNAL
Ömür Tokgöz / Yeo Byong-uk – Shao Ting-Ju  Türkei / Korea

WISSEN & KÖNNEN
Klaus Schultze  – Technik

WERKSTATTGESPRÄCHE
Gustavo Pérez – Evelyne Schneemann – Interview / Technik

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
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Neue Keramik 2/2018

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  • PORTRAITS

    Judith Schwartz – USA, Joo Young Han – ROK / CDN, Karin Schweikhard – D, Rafa Pérez – E, Dong Hee Suh – ROK, Ute Naue-Müller – D, Dora Várkonyi – D

     

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  • FORUM

    Keramik und Digitalität – Gustav Weiß – Kunstbetrachtung

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  • AUSSTELLUNGEN

    XIII. Internationale Keramikbiennale – Maines – E, 20 Jahre Galerie Terra Rossa –  Leipzig – D, Von Helsinki nach Moskau – Moskau – RUS, Arctic Symposium & Workshop – Kusadasi – TR,  Hedwig Bollhagen Museum – Helden – D, Zaubertöpferscheibe – Rom – I, Rakuriosi – Rom – I, Beth Cavener – La Meridiana USA / I, Schule für Design und Kunst – Riga – LV

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  • KÜNSTLERJOURNAL

    Künstlerjournal: Ömer Tokgöz – TR, Yeo Byong-uk – ROK

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  • WERKSTATTGESPRÄCHE

    Evelyne Schneemann besucht Gustavo Pérez im Atelier.

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  • TERMINE

    Termine und Ausstellungen von Amsterdam bis Winzer

    16-4-termine

Leseproben

Joo Young Han – ROK / CDN, Karin Schweikhard – D, Rafa Pérez – E, Dong Hee Suh – ROK Forum: Keramik und Digitalität – Gustav Weiß – Kunstbetrachtung Ausstellungen: XIII. Internationale Keramikbiennale – Maines – E, Von Helsinki nach Moskau – Moskau – RUS,  Schule für Design und Kunst – Riga – LV Künstler-Journal: Mari-Ruth Oda – JP – GB, Chen-chou Liou –  Taiwan Werkstattgespräche:  Gustavo Pérez – Evelyne Schneemann

Karin Schweikhard (D)

Schon aus der Distanz fallen sie auf, feine und doch kraftvolle blaue Linien, die waagerecht oder senkrecht auf weißen und orangefarbenen Grund gesetzt, mal parallel verlaufen, dann sich überkreuzen oder geschnürt und gewickelt, als Schlingen geknüpft sich kreisend bewegen, höchst präsent und nie gerade.
Karin Schweikhard, Keramikerin und Malerin, hat sie gezogen, frei und präzise und mit leichter Hand. Um die plastische Wirkung der Linien zu erhöhen, trägt sie diese nicht mit dem Pinsel oder Stift oberflächig auf, sondern bettet sie durch Ritzung tiefer in die Glasur ein.
Wie ein Netz spannen sich die Linien über das Gefäß, kleiden es ein und betonen seine Form. Ein zartes Gewebe, das sich rotierend um den Gefäßkörper legt und sich über die Ränder hinweg fortsetzt. Linie als Verbindung von innen und außen.
Auch die Schattenlinien eines schief hängenden Rollos beispielsweise, die beim Glasieren draußen im Sommer für einen kurzen Moment aufblitzen und sich auf die Gefäßwand legen und dort ihre Spur hinterlassen, können der Impuls sein für einen neuen Entwurf.

(Michael Limbeck)

Karin Schweikhard

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Joo Young Han (ROK/CDN)

Joo Young (Grace) Han absolvierte ihren BFA an der Dankook University in Südkorea, einer Kunstfakultät, die sich auf traditionelle koreanische Keramik konzentriert. In Dankook lernte Han, indem sie den Meister Joon Hoon Park beobachtete und täglich Hunderte von koreanischen Teeschalen, bekannt als Sabal, drehte. Mit der Zeit beherrschte sie die Onngi-Drehscheibe, um darauf die großen Tongefäße zu drehen, in denen Wasser und fermentiertes Essen wie Kimchi aufbewahrt werden. Von 2004-2011 perfektionierte Han ihre keramischen Fähigkeiten, bevor sie nach Kanada zog. 2016, fünf Jahre nach ihrer Ankunft, schloss sie ihr Studium in Kanada mit dem MFA ab. Während ihres Studiums kämpfte sie um ihren eigenen Stil, ein Stil irgendwo zwischen traditioneller koreanischer Töpfertradition und einer Keramik, die aus einer westlichen Tradition erwächst. Heute gehört sie zu den aufsteigenden Stars der kanadischen Keramikszene.
Han erinnert sich, dass es für sie in Korea keine Notwendigkeit gab, ihre Arbeiten zu erklären, weil die Gefäße für sich selbst sprachen. Sie sagte: „Als ich im Unterricht einen Onngi-Krug machte, musste ich nicht erklären, was es war, welche Techniken ich verwendete und warum ich es gemacht habe. Es war einfach ein Onngi-Krug – jeder im Raum kannte seine Geschichte, was es war und wofür es verwendet wurde.“

(Mary Ann Steggles)

Joo Young Han

Rafa Pérez (E)

Rafa Pérez (Spanien, 1957) hat einen sehr persönlichen Zugang zum Ton als künstlerischem Medium. Er verwendet das Material für seine schwarzen und weißen abstrakten Plastiken, aber auch für Wandarbeiten und sogar für Gemälde. Tatsächlich war die Malerei die Disziplin, mit der er den Kunstbereich betrat und die er auch heute noch praktiziert. Seine Zeichnungen fühlen sich unbeschwert an, mehr wie ein Spiel, bunt und abwechslungsreich, mit einer eigenen, sehr plastischen Sprache. Als ob sich der Künstler hier von den technischen Zwängen befreit fühlt, die der Ton denen auferlegt, die es wagen, einen sehr persönlichen Weg zu gehen.
Aber zurück zur Keramik: Pérez Kreationen finden ihren Platz in der Gruppe vereinzelter Keramiker, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Urgründe des Materials Keramik erforschen. Für sie ist Keramik nicht nur ein Handwerk, Ton nicht nur ein Material für figurative Arbeit, sondern sie sehen es als ein Medium an, das es dem Künstler ermöglicht, sich zurückzuziehen und das Material eine eigene Sprache sprechen zu lassen. Nackter Ton und natürliche Prozesse – so real, greifbar und unmittelbar – reichen aus, um abstrakt und verfeinert sehr zeitgenössische Bedeutungen zum Ausdruck zu bringen. Der Keramiker arbeitet hier wie ein Orchesterdirektor der Elemente, der die Richtlinien festlegt, aber er ist nicht der letzte Entscheider: er vertraut dem Team und kontrolliert nicht bis ins Letzte. Das Ergebnis ist teilweise unerwartet, da es von vielen weiteren Faktoren abhängt.Das verleiht den Arbeiten jedoch ein Plus an Vitalität und Tiefe.

Ausstellung: in Heidelberg in der Galerie HELLER, 4. März bis 29. April 2018

(Caterina Roma)

Rafa Pérez

Dong Hee Suh (ROK)

Die Schwierigkeit, das Immaterielle in materieller Form darzustellen, ist die Verdinglichung eines begrifflichen Paradoxons. Wie Alberto Giacometti feststellte, als er versuchte, das Nichts des Sartre-Bewusstseins durch das physische Medium der Plastik zu beschreiben, kann der Künstler das Immaterielle nicht gleichzeitig greifbar machen. Um das Ungreifbare wirksam zu erfassen, muss man eine Analogiestrategie anwenden, wie in der Schönheit ornamentaler islamischer Schriften und der zahlreichen Beispiele spirituell expressiver Abstraktion in der westlichen Tradition, oder Wege suchen, Epiphanien durch die Eröffnung von Räumen zur Kontemplation jenseits des Physischen, wie in der Kunst der verschiedenen Sekten des Buddhismus. Letzteres ist zweifellos der Grund, warum Abt Suger, früher Verfechter des gotischen Stils der Architektur, in St. Denis seinen berühmten gläsernen Altarraum als einen begrenzten Raum von durchdrungenem Licht entwarf: eine Öffnung zwischen einer Welt des materiellen Seins und des Reiches des Geistes. Lücken, Spalten, Zwischenräume: Dies waren oft die Mittel, um den Geist in der Kunst anzudeuten.
Die koreanische Keramikerin Dong Hee Suh, die ihren christlichen Glauben durch Ton erforscht, stützt sich auf Zwischenräume, um Geistigkeit zu beschwören. Arbeiten mit Titeln wie Garden of Eden und Tree of Knowledge weisen auf florale Bilder hin, allerdings nur in dem Maße, wie auch das Maßwerk eines flamboyant gotischen Fensters vage an Reben und Ranken erinnert. Suhs Formen könnten besser mit lyrischen Mitteln in der Poesie wie Reim, Alliteration oder Crescendo verglichen werden: Mittel, um sonst nicht kommunizierbare Emotionen zu vermitteln.

(Glen Brown)

Dong Hee Suh

Forum: Keramik und digitalität

Ein chinesisches Sprichwort sagt: “Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen”. Der Wind der Digitalität muss die Keramik ändern, damit es weitergeht.

Was für ein Wissen brauchte der Mensch in der Steinzeit, um eine Venus zu modellieren? Er musste wissen, dass es nur mit Ton ging, und später (seit 8000 v.Chr.), dass er -härter wurde, wenn man ihn brannte. Das war das Immer–Gegebene. Alles, was danach kam, war das Noch-Nie-Dagewesene. Und weil das Dagewesene nicht verschwand, wurde die Welt der Dinge immer vielfältiger. Das ist der Lauf der Dinge und auch der Meinungen. Soll diese Bewegung in der Digitalität aufhören?
Wir können nur staunen, wie alles geworden ist und wird. Jetzt, nach Jahrtausenden der Reifung des Gehirns, während dessen immer Neues entstand, das es vorher nicht gab, ist die Digitalisierung ein großer Schritt. Ihre Wurzeln reichen weit zurück. Mit zwei Zeichen weissagten die alten Chinesen die Zukunft, niedergelegt im I Ging, dem Buch der Wandlungen aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. Dann musste erst die Null erfunden werden. Sie wurde in einem 1800 Jahre alten Text aus Indien entdeckt. Sie diente Leibniz dazu, sie zum Rechnen mit nur zwei Zeichen, der Null und der Eins, zu verwenden. Er deutete die Eins als Zeichen für Gott oder den Geist und die Null als das Zeichen für das Material, die Natur. 1697 schrieb er in einem „Neujahrsbrief“ an seinen Herzog, dass am ersten Schöpfungstag nur die Eins, also Gott, da war, und am siebenten Tag, als alles erschaffen war, die Sieben, die als 111 geschrieben wird, also nur mit den göttlichen Einsen. Das bezeichnete er als Symbol für die christliche Dreieinigkeit.

(Gustav Weiß)

„Null und Eins“,  2004, H 34 cm.

XIII. Internationale Keramikbiennale Manises

Manises – eine Keramikstadt im sonnigen Spanien. Das zunächst etwas karge Stadtbild, was stark von der Industrie geprägt ist, lässt auf den ersten Blick nicht erahnen, wieviel Keramikkultur dahinter verborgen liegt. Auf den zweiten Blick entdeckt man jedoch hier und dort in der Stadt kleine Werkstätten und zahlreiche kunstvoll bemalte Fliesen, die großflächig und pompös ganze Häuserfronten zieren. Lüsterkeramik hat hier Tradition, wie die komplett in Lüster gehüllte Kuppel der Kirche von San Juan Bautista eindrucksvoll zeigt. Die Produktion von Keramik in Manises geht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Unter der Leitung von Sara Blanes wird im Museo de Cerámica de Manises die ansässige Keramikkultur von damals bis heute für den keramikinteressierten Besucher in Szene gesetzt.
Mit diesem Hintergrund rief die Stadt Manises im Jahr 2017 zur Beteiligung an der 13. internationalen Keramikbiennale auf. Ziel ist die Förderung von Keramik-Künstlern, die in den Bereichen Kunst und Produkt-Design hervorstechen. Der Keramik in der Kunst mehr Gehör zu verschaffen, steht bei der 13. Biennale wieder besonders im Fokus ebenso wie die Förderung innovativer Designideen. Nicht zuletzt soll die Veranstaltung auch dazu dienen, Manises als Keramikzentrum bekannter zu machen.

(Julia Saffer)

Die Preisverleihung

Von Helsinki nach Moskau

Finnland hat eine lange gemeinsame Grenze mit Russland. Die Keramik Russlands ist hier jedoch nicht so bekannt wie die mitteleuropäische Keramik, obwohl die Kontakte in Kunst und Handwerk einst mit unserem östlichen Nachbarn lebendig waren, besonders um die Jahrhundertwende 1900. Viele finnische Handwerker hatten sich damals in St. Petersburg niedergelassen und finnische Unternehmen wie AB Iris exportierten einzigartige Keramikkunstwerke nach Russland. Diese Kontakte nahmen nach dem Ersten Weltkrieg ab und das kulturelle Leben in unseren beiden Ländern entwickelte sich in verschiedene Richtungen. Heute können wir eine neue Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Keramikkunst feststellen.
Die Internationale Akademie der Keramik (IAC/AIC) ist nicht nur ein Diskussionsforum, sondern fördert die internationale Zusammenarbeit auf konkrete Weise. Natalia Khlebtsevich, Dozentin an der Keramikabteilung der Stroganow-Akademie in Moskau, nahm am Kongress der IAC in Barcelona teil und traf dort die finnische Künstlerin und Keramikerin Johanna Rytkölä. Die Korrespondenz zwischen diesen beiden Künstlerinnen führte zu einer Einladung an vier finnische Künstler und einige russische Kollegen, eine gemeinsame Ausstellung in der Galerie der Stroganov-Akademie zu veranstalten.

(Åsa Hellman)

Video mit Fliegen auf weißen Fliesen von Elena Yudina.

Die Abteilung für Keramik an der Schule für Design und Kunst Riga (RDMV)

Das Schulgebäude hat in seiner fast zweihundertjährigen Geschichte schon vieles erlebt und überstanden: mehrere russische Zaren, zwei Weltkriege, Erlangung und Verlust der Unabhängigkeit Lettlands, die Sowjetzeit, einen Brand und die Wiedererlangung der Unabhägigkeit. Die “Katharinenschule” oder das „Katharinaeum“ wurde am heutigen Standort im Jahre 1820 erbaut und nahm alsbald die Arbeit auf – mit der bescheidenen Einrichtung von vierzehn Bücherregalen, neunzehn Schulbänken, zwei schwarzen Tafeln, drei Lehrersitzen, zwei Heiligenbildern und einem Portrait Katharinas der II., der russischen Zarin.
Ihr zu Ehren erhielt die Schule ihren Namen, denn Riga war damals Teil des Russischen Reiches. Von da an beherbergte das Gebäude eine Schule, in der sowohl Jungen als auch Mädchen in verschiedenen Handarbeits- und Kunsthandwerksbereichen unterrichtet wurden, mit speziellen Kursen auch für Lehrer. Daraus entstand 1933 die Staatliche Schule für Kunsthandwerk, in der 1934 die Abteilung für Keramik eröffnet wurde. Interessant ist, dass bereits zu dieser Zeit Ausstellungen zum Halbjahresende veranstaltet wurden, die den Besuchern rund 2.000 Schülerarbeiten präsentierten. 20 Santim Eintritt für Erwachsene, 5 Santim Eintritt für Schüler. Bis 1937 nahm die Schule an mehreren internationalen Ausstellungen teil, so wurde sie in Brüssel zweimal mit dem Grand Prix und mit einem Ehrendiplom ausgezeichnet.

(Inese Petersone)

Madara Duka, Geschirrset „Maija un Kaija“, Porzellan, Glasur, Weidenruten.
Projektleitung Daina Zvanitaja, Betreuung Ainars Rimicans. 2017.

Künstlerjournal: Ömür Tokgöz und Yeo Byong-uk

Ömer Tokgöz (Türkei)
Ömür Tokgöz wurde 1966 in Afyon, Türkei geboren. Sie gießt ihre Gefäße, um seiden-dünne Wandungen zu erzielen. Gefäßartig aber keine Gefäße – eröffnen diese Objekte eine Vielfalt von möglichen Formen und Imaginationen für die Gestaltung von keramischen Arbeiten.

Yeo Byong-uk (Korea)
Yeo Byong-uk wurde 1969 in Seoul, Korea, geboren, wo er heute auch lebt. Die einfachen Formen kombinieren Härte mit Weichheit. Gerade und scharfe Linien werden durch sanfte Kurven unerwartet weichgezeichnet. Betrachter, die die scheinbar schmucklose, einfache Form betrachten, werden von ihrer stählernen oder holzartigen Farbe und Textur angezogen.

(Ting-Ju SHAO)

Ömür Tokgöz

Yeo Byong-uk

Werkstattgespräch mit Gustavo Pérez

Gustavo Pérez folgt keinen Trends in der Keramik, will gar nicht wissen, was gerade «In» ist. Er lässt sich lieber von klassischer Musik und guter Literatur beeinflussen. Oder von einer Idee, die er als Kind hatte und die dann, Jahrzehnte danach, wieder an die Oberfläche schwimmt.

Gustavo, ich habe mich ab und zu gefragt, ob Deine Werke prähispanisch geprägt sind?

Natürlich habe ich als Mexikaner Kenntnis über und grösstes Interesse an der prähispanischen Epoche in meinem Land. In meinen Arbeiten finden sich jedoch keine bewussten Übernahmen aus dieser Zeit, auf keinen Fall! Jedweder Einfluss dieser Art, den man in meinen Arbeiten zu finden glaubt, ist das Resultat eines unbewussten Prozesses, niemals etwas, das ich bewusst suche. Ich sehe schon, dass man in bestimmten Objekten eine Charakteristik finden kann, welche man als «Mexikanisch» bezeichnen könnte. Aber ich verwehre mich dagegen, meine Werke seien bewusst nach antiken Modellen geformt. Es gibt einen Trend hier im Land, den nennen sie «neomexicanismo». Den finde ich oberflächlich und wertlos. Diese Werke hatten zugegebenermassen einen gewissen (bedenklichen) wirtschaftlichen Erfolg. In künstlerischer Hinsicht ist dies jedoch bedeutungslos.

(Evelyne Schneemann)

Gustavo Pérez

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