Neue Keramik 1/2019 - Inhalt

DIE NEWS

PORTRAITS

Interview – Janet de Boos Australien
Canan Dagdelen – Türkei / Österreich
Natalia Khlebtsevich – Russland
Sophia Weiss – Deutschland
Monika Patuszynska – Polen
Christoph Hasenberg – Deutschland
Halima Cassell – Pakistan / Großbritannien

AUSSTELLUNGEN / VERANSTALTUNGEN

WABA – World Association of Brick Artists International
AIC / IAC Konferenz – Taipeh – Taiwan
Vom Sammeln zum Ent-Sammeln    Deventer – Niederlande
Robert Arneson    Davis – USA
European Ceramic Context 2018    Bornholm – Dänemark
Taiwan International Gold Teapot Prizes   New Teipai – Taiwan
Tao Xi Chuan    Jingdezhen – China
Rakuvaria Live     Sevenum – Niederlande
Craftkontor    Bonn/Bad Godesberg – Deutschland
Indische Keramik-Triennale    Jaipur – Indien
Frechener Keramikpreis 2018    Frechen – Deutschland
Landart Mongolia Biennale 2018   Ulaanbaatar – Mongolei

KÜNSTLER-JOURNAL

Nuala O’Donovan – Irland/NL + Masaru Nakada – Japan, Ting-Ju Shao

WERKSTATTGESPRÄCHE

Keith Varney – Evelyne Schoenmann – Interview / Technik

TERMINE / Ausstellungen / Galerien / Museen
Ausstellungskalender    International

KURSE / SEMINARE / MÄRKTE
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VORSCHAU / IMPRESSUM

Neue Keramik 1/2019

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  • PORTRAITS

    Interview – Janet de Boos – AUS, Canan Dagdelen – TR / A, Natalia Khlebtsevich – RUS, Sophia Weiss – D, Monika Patuszynska – PL, Christoph Hasenberg – D, Halima Cassell – PK / GB

     

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    Natalia Khlebtsevich

  • AUSSTELLUNGEN

    WABA – World Association of Brick Artists International, AIC / IAC Konferenz – Taipeh – TW, Vom Sammeln zum Ent-Sammeln    Deventer – NL, Robert Arneson    Davis – USA, European Ceramic Context 2018    Bornholm – DK, Taiwan International Gold Teapot Prizes –  New Teipai – TW, Tao Xi Chuan    Jingdezhen – CHN, Rakuvaria Live     Sevenum – NL, Craftkontor    Bonn/Bad Godesberg – D,  Indische Keramik-Triennale    Jaipur – IND, Frechener Keramikpreis 2018    Frechen – D, Landart Mongolia Biennale 2018 –  Ulaanbaatar – MGL

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    Gold Award 2018 “Spreading Wings Magnificently” von Hsu Hsu-Lun
    The 7th Taiwan International Gold Teapot Prizes

  • KÜNSTLERJOURNAL

    Nuala O’Donovan – IRL/NL,  Masaru Nakada – J

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    Nuala O’Donovan

  • WERKSTATTGESPRÄCHE

    Evelyne Schoenmann besucht Keith Varney im Atelier.

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  • TERMINE

    Termine und Ausstellungen von Amsterdam bis Winzer

    16-4-termine

Leseproben

Portraits: Interview – Janet de Boos – AUS, Canan Dagdelen – TR / A, Sophia Weiss – D, Halima Cassell – PK / GB Ausstellungen / Veranstaltungen: AIC / IAC Konferenz – Taipeh – TW, Vom Sammeln zum Ent-Sammeln  –  Deventer – NL, European Ceramic Context 2018  –  Bornholm – DK,  Frechener Keramikpreis 2018  –  Frechen – D Künstler-Journal: Nuala O’Donovan – IRL/NL,  Masaru Nakada – J Werkstattgespräche: Keith Varney – Evelyne Schoenmann

Janet De Boos

Monika Gass im Gespräch mit Janet de Boos

Wie kamst Du zur Keramik? 

Meine Mutter war eine leidenschaftliche Hobby-Töpferin und so kam es, dass ich schon während meiner Kindheit angefangen habe, mit Ton spielerisch umzugehen. Meine Eltern interessierten sich beide für Kunst und mein Vater spielte Klavier. Aber damals, in der High School, beschäftigte man sich mit Mathematik und Naturwissenschaften, wenn man inteligent genug war. Ich wollte wirklich gerne künstlerisch tätig sein, aber auch die Wissenschaft hat mir Spaß gemacht.
Ich schrieb mich schließlich für ein naturwissenschaftliches Studium an der Universität ein, fand aber schnell heraus, dass ich vermisste, etwas mit meinen Händen zu tun zu haben. Also schrieb ich mich für einen Abendkurs in Bildhauerei ein. Aber es war frustrierend, weil ich eine von nur zwei Frauen in der Klasse war, und während alle anderen Schüler – die Männer – an der Highschool Holzarbeiten, Metallarbeiten usw. ausgeführt hatten, hatte ich keine gemacht und die andere (ältere) Frau machte seit vielen Jahren Skulpturen. Alle meine Arbeiten gelangen nicht und meine Ungeduld wuchs. Deshalb entschied ich mich für einen Töpferkurs.

Janet De Boos

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Canan Dagdelen

Canan Dagdelen ist eine Keramikerin, die ihre Ideen in großen Installationen ausdrückt. Ihre Arbeiten bestehen aus vielen identischen Elementen, die zusammengefügt ein Objekt bilden, das von einer Decke hängt, eine Wand oder einen Boden bedeckt. Wobei das Objekt und der Raum zusammen zur Installation werden.
Die Arbeiten von Canan Dagdelen sind somit räumlich und haben einen starken Bezug zu ihrer persönlichen Geschichte und ihren Erinnerungen. Eines ihrer Werke heißt zum Beispiel “Spatial Memory” (Räumliches Gedächtnis). Unsere persönliche Geschichte, unsere Vergangenheit, die uns formt, hat starke Beziehungen zu Orten und Räumen und für Canan speziell zu Gebäuden und zur Architektur.
Das Konzept des Raumes ist eine persönliche Entität. Er hat eine messbare und eine nicht messbare Seite. Man kann den tatsächlichen Raum in seiner physikalischen Größe mit Tiefe mal Breite mal Höhe definieren. Der nicht messbare Raum unterliegt der persönlichen Beurteilung. “Was ist mein Raum, wo sind meine Grenzen?” Ein solcher Raum hat starke kulturelle Beziehungen. In diesem Teil der Welt, in Europa, in südeuropäischen und mediterranen Kulturen ist die Trennung der physischen und der persönlichen Räume weniger definiert. Im weiter nördlichen  Europa haben physische und persönliche Räume einen größeren Abstand zueinander.

(Nesrin During)

Canan Dagdelen

Sophia Amalie Weiß

Darüber kann man sich heute wirklich wundern, dass man  z.B.  eine Möglichkeit entwickelt hat, das Great Barrier Reef zu retten. Dieses, für die ganze Welt wichtige Riff vor der Nordostküste Australiens, ist ein  riesiges und einzigartiges Ökosystem, welches zu den sieben Weltwundern der Natur zählt, weil es  der  größte lebende Organismus und eines der ältesten Ökosysteme unserer Erde ist.
Vielleicht hat das die gestalterische Kraft von Sophia Amalie Weiß angeregt, sich mit der Formenvielfalt von Korallen und anderen Formen der Natur zu beschäftigen.
Womöglich trug auch die Beschäftigung mit den Zeichnungen von Ernst Haeckel während ihrer Ausbildung zur Keramikerin dazu bei, dass sich nach und nach eine Formensprache bei Sophia Weiß entwickelte, die so erscheint, als sei  sie den märchenhaften Formen von Wasserlilien und Korallen der Meere entlehnt.
Wunder finden immer wieder statt.
Hier können wir feinst dekorierte Porzellanwunder von Sophia Weiß anschauen und uns fragen:
 “Wie macht sie das bloß in dieser Perfektion und Kontinuität?”
Wissen wir doch, dass das Porzellandrehen nicht immer sehr einfach ist, weil sich die Massen alle unterschiedlich gelaunt auf der Scheibe verhalten und sich oft auch nur widerwillig fein modellieren lassen.

(Annette Ody)

Sophia Amalie Weiß

Halima Cassell

Inspiration und Ziel
Mit dieser Werkreihe möchte ich mit Hilfe der Metapher eines Tongefäßes über die Gemeinsamkeit der Menschheit reflektieren. Die einzelnen, von Hand geschnitzten Keramikobjekte weisen einen ähnlichen geschwungenen Ansatz auf, der, im Gegensatz zu meiner üblichen Arbeiten, die tendenziell schärfere Kanten und polierte Oberflächen aufweisen, einen weichen, gerundeten Ausdruck zeigt. Sie verfügen auch über Öffnungen, die jedes Stück durchbohren und Licht von einer Schnitzerei zur nächsten durchdringen lassen. Der Ton für jedes handgeschnitzte Stück stammt aus einem anderen Land und zeigt ein breites Spektrum an Farbtönen, Texturen und Verhalten. Wenn diese Tone in im Wesentlichen ähnlichen Formen gestaltet werden und in der Reihenfolge des Farbtons von dunkel nach hell gezeigt werden, schwingen sie zusammen. Durch eine ähnliche Anordnung in der gesamten Installation möchte ich die einzelnen Objekte miteinander verknüpfen, um die Idee der Menschheit als eigene Spezies innerhalb einer gemeinsamen Welt zu verkörpern und zu verstärken.

Halima Cassell  

New Orientalia - AIC / IAC 2018

Die erste Generalversammlung der IAC fand 1954 im Ariana Museum, Genf, statt.  Seitdem haben 46 Generalversammlungen dazu beigetragen, den Geist und das Netzwerk der Akademie auf der ganzen Welt aufzubauen. In jedem zweiten Jahr findet eine Versammlung statt. Die letzten waren 2016 Barcelona, Spanien, 2014 Dublin, Irland, 2012 Santa Fe, USA, 2010 Paris, Frankreich, 2008 Xian, China, 2006 Riga, Lettland, 2004 Icheon, Korea.
„Das Ziel der AIC ist es, die Freundschaft und Kommunikation zwischen Keramikexperten in allen Ländern zu fördern. „Das IAC entwickelt und ermutigt alle Formen der internationalen Zusammenarbeit zur Förderung der Keramik und zur Unterstützung und Aufrechterhaltung des höchsten Qualitätsniveaus in allen Keramikkulturen. Seit seiner Gründung im Jahr 1952 durch Henry J. Reynaud, Direktor des Schweizerischen Keramik- und Glasmuseums, hat sich die Organisation der AIC verändert und weiterentwickelt: Ursprünglich hatte sie einen starken diplomatischen Hintergrund, der Vertreter nationaler Museen und Kulturorganisationen zusammenbrachte, Keramiker wurden als Berater eingeladen. (Monika Gass)

Klassische Teezeremonie für alle Gäste 

European Ceramic Context 2018

Erst kürzlich erhielt die dänische Sonneninsel Bornholm als erste und bisher einzige Region in Europa den begehrten Titel “UNESCO World Craft Region”. Diese Würdigung wurde vom World Craft Council initiiert, der größten internationalen Organisation zur Förderung der Handwerkskunst. Eine internationale Jury entschied im vergangenen Jahr, dass Bornholm aufgrund der besonders starken Position im Kunsthandwerk mit diesem Titel ausgezeichnet werden sollte.
Die biennale Veranstaltung “European Ceramic and Glass Context”, die 2006 zum ersten Mal stattfand, beschäftigt sich im jährlichen Wechsel insbesondere mit dem Glas- und dem Keramikhandwerk. Das Bornholm Art Museum, welches auch Schauplatz einer der beiden Hauptausstellungen war, ist als einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung zu nennen. Ein eindrucksvolles Museum, moderne Architektur, lichtdurchflutet und mit einzigartigem Standort in Gudhjem – Meerblick inklusive. Die Royal Danish Academy of Fine Arts in Nexø fungiert ebenfalls als Mitverantwortlicher. Unter anderem fand dort auch das gemeinsame Dinner für die aus aller Welt angereisten Künstlerinnen und Künstler statt. So bot sich untereinander eine hervorragende Möglichkeit zu netzwerken und sich über Erfahrungen und die Keramik auszutauschen. Zuguterletzt ist als Organisator das Zentrum für Kunsthandwerk Grønbechs Gård in Hasle zu nennen, welches gleichzeitig den zweiten Teil der Ausstellung zum European Ceramic Context beherbergte. 

(Julia Saffer)

Julia Saffer

Der Frechener Keramikpreis 2018

Eine Wand voller Zahlen wirkt zunächst geheimnisvoll – handelt es sich um eine mathematische Reihung, oder stehen hinter den Nummern Inhalte, Verweise, vielleicht sogar Menschenschicksale? Schön und verschwiegen sind Lena Kaapkes dreistellige Porzellanziffern auf Leisten aufgereiht. Trotz des Titels “Rot II” ist keine der Zahlen rot, das Farbspektrum der Glasuren zieht sich kontinuierlich von Weiß über zarte Grüntöne zu dunklem Lila. Für ihr Forschungsvorhaben “Die Farbe Rot in den keramischen Technologien” an der Muthesius Kunsthochschule Kiel probierte Kaapke 1701 Rezepturen für rote Glasuren aus, die in der Keramik zu den am schwierigsten zu erzeugenden Tönen gehören. Jede Zahl beziffert ein historisches oder modernes Rezept, doch bestimmen auch Brennkurve, Temperatur sowie die Auftragsstärke das Ergebnis wesentlich mit. Die Wandarbeit dokumentiert folglich die Fehlversuche des strengen methodischen Vorgehens. Herausragend an “Rot II” ist, dass die farbigen Zahlen nichts illustrieren, sondern das Forschungsergebnis selbst sind und damit eine ästhetische Dimension von Wissenschaft deutlich wird, wie es sonst nur selten der Fall ist. Die Jury des Frechener Keramikpreises 2018 war von der konzeptionellen Stringenz und handwerklichen Raffinesse der Arbeit überzeugt und bestimmte Lena Kaapke zur Preisträgerin.

(Olga Moldaver)

Jinhwi Lee, “Blüten im Teich”, 2018, Steinzeug, 7,5 x 41 x 40 cm (Ausschnitt)

Künstlerjournal: Nuala O’Donovan und Masaru Nakada

Nuala O’Donovan (Irland)

Nuala O’Donovan wurde 1962 in Cork, Irland, geboren.
Die Struktur ihrer Arbeiten ist zart, aber intensiv. Während sie eine dynamische Energie enthüllt, ist ihre Konfiguration mit einem unerwarteten Element von Ruhe und Tiefe verbunden. Die Künstlerin hat das Wesen des Mediums erfasst und entschlüsselt kosmische Strukturen.

Masaru Nakada   (Japan)

Masaru Nakada wurde 1977 in Ishikawa, Japan geboren.
Seine klaren Konfigurationen und die komplexen und präzisen Linien auf der Oberfläche der Objekte sind zwar sehr modern, er kombiniert sie jedoch mit der traditionellen „Zogan“ -Technik, um fantastische Porzellane mit avantgardistischen Formen und Farben herzustellen.

(Ting-Ju SHAO)

Nuala O’Donovan

Masaru Nakada

Werkstattgespräch mit Keith Varney

Keith, nochmals herzliche Glückwünsche zum Innovations-Preis anlässlich der Keramiktage Oldenburg 2018. Ich erinnere mich, Du warst bass erstaunt, als Du als Preisträger ausgerufen wurdest. Warum das?

Danke vielmals, Evelyne! Ja, ich war höchst erstaunt, als mein Name aufgerufen wurde. Es ist schön, bei einer Preisvergabe zugegen zu sein. Aber ehrlich gesagt, rechne ich nie damit, selbst einen der Preise zu bekommen. Weisst Du, ich bin eben ein Perfektionist, da ist es üblich, mit den eigenen Arbeiten überkritisch zu sein und Selbstzweifel zu nähren. Ich sah in der Wettbewerbs-Ausstellung viele Werke von manch einem preiswürdigen Keramiker, deshalb finde ich es so grossartig, den Preis bekommen zu haben. Zum ersten Mal in einem für mich neuen Land meine Werke zu zeigen und sogleich ausgezeichnet zu werden, ist eine wunderbare Erfahrung!

(Evelyne Schoenmann)

Werkstattgespräch mit Keith Varney

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